«Kamermaker»: 3-D-Drucker druckt Haus
Aktualisiert

«Kamermaker»3-D-Drucker druckt Haus

Das niederländische Architekturbüro DUS beschreitet neue Wege in der Bautechnik: Mit einem riesigen 3-D-Drucker werden die Bauteile eines Hauses direkt auf der Baustelle in Amsterdam gedruckt.

von
dhr

Die Technologie der 3-D-Drucker erobert ständig neue Anwendungsbereiche. Sogar Waffen wie eine Pistole können mittlerweile gedruckt werden.

Noch dieses Jahr soll ein eigens entwickelter 3-D-Drucker etwas wesentlich Grösseres ausdrucken: ein Haus. Das niederländische Architekturbüro DUS will ein Gebäude im Stil eines traditionellen holländischen Grachtenhauses bauen, das zwölf Zimmer haben wird. Ein gewöhnlicher 3-D-Drucker ist freilich viel zu klein, um mit einem Vorhaben dieser Grössenordnung fertig zu werden. Die Niederländer haben deshalb einen eigenen 3-D-Drucker, den «Kamermaker» («Zimmermacher»), entwickelt.

Showroom für 3-D-Drucktechnologie

Der Kamermaker, der auf einer vergrösserten Version des Open-Source-Druckers «Ultimaker» beruht, ist sechs Meter hoch und fertigt Bauteile in einer maximalen Grösse von 2,2 m x 2,2 m x 3,5 m an. Die Komponenten werden jedoch zuerst von einem kleineren Drucker im Massstab 1:20 ausgedruckt und danach getestet. Als Baumaterial dient Polypropylen, doch in Zukunft soll der 3-D-Drucker auch recyceltes Plastik und andere umweltfreundliche Materialien verarbeiten können.

Der Ultimaker-3-D-Drucker

Die gesamte Frontfassade und der Eingangsbereich des Grachtenhauses am Buiksloterkanaal in Nord-Amsterdam sollen noch dieses Jahr fertiggestellt werden. Danach werden auch eine Küche, ein Studio und Gästezimmer ausgedruckt. Das Experimentalhaus soll mindestens drei Jahre stehen bleiben und als Showroom und Forschungszentrum für 3-D-Drucktechnologie dienen. Jedes der zwölf Zimmer wird nach Fertigstellung einem eigenen Forschungsthema rund um den 3-D-Druck gewidmet sein.

«Kamermaker 3d printing» (Quelle: Youtube/3dprinten)

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