06.11.2015 20:26

Giftige Substanzen

3-D-Drucker sind tödlich – für Fische zumindest

Produkte aus dem 3-D-Drucker sind nicht so harmlos, wie viele denken. In einer Studie brachten Dinge aus Kunstharz den Probanden den Tod.

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3-D-Druck liegt voll im Trend. Kein Wunder, schliesslich hält die noch relativ neue Technik für jeden etwas parat. So kann man sich selbst im Kleinformat erstellen, individuelle Sneaker-Sohlen designen oder Spaghetti selbst herstellen. Ausserdem soll die Technik den Zahnarztbesuch angenehmer machen und Medizinern die Überwachung der Herzgesundheit ihrer Patienten erleichtern.

Doch nicht alle sehen den Hype positiv. So warnte etwa der «Beobachter» davor, dass Einbrecher mithilfe von 3-D-Druckern Schlüssel nachdrucken und damit nahezu unbemerkt in fremde Häuser eindringen könnten. Forscher um Shirin Oskui von der University of California in Riverside äussern nun auch gesundheitliche Bedenken: So sind einige Druckprodukte giftig – zumindest für Fischembryos.

Tödlicher, aber glücklicher Zufall

Zu der Studie kamen sie durch Zufall: Sie hatten für ihr Labor einen 3-D-Drucker angeschafft, mit dem sie kleine Objekte für die Zebrafischforschung drucken wollten. Doch alle Tiere, die sie mit den Druckobjekten in Berührung kamen, starben.

Um der Ursache auf den Grund zu gehen, beschlossen sie, der Sache systematisch nachzugehen und testeten die Wirkung von zwei verschiedenen 3-D-Druckprodukten. Die einen wurden aus geschmolzenem Kunststoff hergestellt, das andere aus flüssigem Kunstharz. Beide Arten legten sie nacheinander in die Becken der Fischembryos und beobachteten, was das für das Verhalten, Überleben und die Fortpflanzung der Fische bedeutete.

Kontakt mit Folgen

Dabei zeigte sich, dass alle Produkte «messbar toxisch für die Fischembryos waren», so die Forscher in einer Mitteilung der Hochschule. Konkret heisst das: Von den Zebrafischen, die mit den gedruckten Materialien in Kontakt kamen, überlebten weniger als die Kontrolltiere. Noch deutlicher war der Effekt bei den Kunstharz-Objekten: Hier war nach drei Tagen die Hälfte der Fischembryos tot, nach sieben Tagen waren alle gestorben. Von denjenigen, die nach drei Tagen umgesetzt wurden und überlebten, schlüpften alle mit starken Missbildungen, wie es in den «Environmental Science & Technology Letters» heisst.

Ob Objekte aus dem 3-D-Drucker auch für Menschen schädlich sein könnten, ist bisher unklar. Die Forscher wollen dies nun in weiteren Studien untersuchen.

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