Aktualisiert 19.03.2019 18:44

Wegen Impfmüdigkeit

30'000 Masernfälle und 11 Tote seit Jahresbeginn

Obwohl es schon ausgerottet sein könnte, erkranken in ganz Europa Menschen am Masernvirus. Besonders in der Ukraine ist die Lage heikel.

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Masern zählen zu den ansteckendsten Krankheitserregern, mit denen sich ein Mensch infizieren kann.

Masern zählen zu den ansteckendsten Krankheitserregern, mit denen sich ein Mensch infizieren kann.

Keystone/AP/str
Den besten Schutz bringt laut Bundesamt für Gesundheit eine Impfung mit dem kombinierten Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Selbst in den seltenen Fällen, in denen es trotz Impfung zu Masern kommt, ist der Krankheitsverlauf abgeschwächt.

Den besten Schutz bringt laut Bundesamt für Gesundheit eine Impfung mit dem kombinierten Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Selbst in den seltenen Fällen, in denen es trotz Impfung zu Masern kommt, ist der Krankheitsverlauf abgeschwächt.

Keystone/AP/Steve Kohls
Das Perfide an Masern: Erkrankte sind auch dann schon ansteckend, wenn sie noch nicht den typischen Hautausschlag entwickelt haben. Denn die Infektionsgefahr besteht drei bis fünf Tage vor dem Ausbruch des Hautausschlags und bis vier Tage danach.

Das Perfide an Masern: Erkrankte sind auch dann schon ansteckend, wenn sie noch nicht den typischen Hautausschlag entwickelt haben. Denn die Infektionsgefahr besteht drei bis fünf Tage vor dem Ausbruch des Hautausschlags und bis vier Tage danach.

PD

In der Ukraine steigt die Zahl der Masern-Fälle weiter rapide an. Allein seit Jahresbeginn hätten sich mehr als 30'000 Menschen mit der potenziell tödlichen Krankheit angesteckt, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit.

Elf Menschen seien seitdem gestorben, darunter zuletzt am Samstag eine Elfjährige im westukrainischen Riwne. Unter den neuen Masern-Fällen waren demnach 17'000 Kinder.

Das Leiden hat zwei Gründe

Seit 2017 explodiert die Zahl der Masern-Patienten in der Ukraine. Im vergangenen Jahr hatten sich dort insgesamt 54'000 Menschen angesteckt, so viele wie in keinem anderen europäischen Land. 16 von ihnen starben.

Die ukrainischen Behörden führen zwei Gründe für den enormen Zuwachs an: einen Impfstoffmangel in früheren Jahren und die Ablehnung von Masern-Impfungen von einem Teil der Bevölkerung.

Massenimpfungen

Mit immer eindringlicheren Aufrufen und Aufklärungskampagnen versucht das Gesundheitsministerium, Eltern zur Impfung ihrer Kinder zu bewegen.

Vor allem in den besonders betroffenen Regionen um die Städte Lemberg (Lwiw) und Winnyzja organisierte es darüber hinaus seit einigen Wochen Massenschutzimpfungen in den Schulen.

Deutlicher Anstieg

Wie wichtig eine hohe Durchimpfungsrate ist, zeigt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO vom Januar dieses Jahres.

Demnach ist die Zahl der Fälle im Jahr 2017 um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Auch in einigen Ländern, die bereits kurz vor der Ausrottung der Krankheit gestanden hätten, gebe es wieder mehr Fälle (siehe Video unten).

Zu einem Anstieg der Masern-Fälle kam es zuletzt auch in der WHO-Region Europa: Dort seien im gesamten Jahr 2017 23'927 Menschen erkrankt – 2016 waren es nur 5273 gewesen.

(fee/afp)

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