Aktualisiert 20.06.2011 12:18

USA bizarr

30 Millionen Liter Wasser – mit ein bisschen Pipi

Weil ein Mann in ein Wasserstaubecken urinierte, liess die Verwaltung von Portland im US-Staat Oregon 30 Millionen Liter abfliessen. Berappen muss dies der Steuerzahler.

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David Shaff, Verantwortlicher beim Wasseramt Portland, fackelte nicht lange: In dem Augenblick, da er die Aufnahmen der Videoüberwachungskamera sah, wusste er auch schon, was zu tun ist. Shaff unterbrach sofort die Wasserzufuhr für die gesamte Stadt Portland und liess – noch immer nicht zufrieden – das ganze Wasserstaubecken mit 30 Millionen Liter Wasser leerlaufen.

Was Shaff auf den Videobildern gesehen hatte, rechtfertigte seinen Entscheid - zumindest in seinen Augen: Am frühen Donnerstag hatte ein Mann seine Blase in das Riesenbecken entleert. «Es war eine Sekundenbruchteil-Entscheidung», rechtfertigte sich Shaff später gegenüber den Medien, als seine drastische Massnahme in die Kritik geriet. Denn der gesamte Spass kostet nun die Stadt – den Steuerzahler also – 36 000 Dollar (umgerechnet 31 000 Franken).

«Es ist eklig»

Der 21-jährige Sünder behauptete im Nachhinein, er sei betrunken gewesen. Das Becken hielt der junge Mann für eine Kläranlage.

Ein Toxikologie-Professor versteht das Vorpreschen des Wasseramtes nicht: «Es passieren so viel schlimmere Sachen in offenen Wasserstaubecken, wie zum Beispiel Tiere, die darin Kot ausscheiden oder sterben und hineinfallen. Vielleicht ist es eklig, aber das bisschen Urin ist überhaupt nicht gefährlich.» Shaff hingegen verteidigt seinen Entscheid: «Würden Sie gerne Pipi trinken?»

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