WC-Mangel in Badi: 30 Minuten Anstehen zum Pinkeln

Aktualisiert

WC-Mangel in Badi30 Minuten Anstehen zum Pinkeln

Auch in der Luzerner Ufschötti wurde ein WC abgerissen. Die einzig verbliebene Toilette wird nun von den Badegästen regelrecht überrannt.

von
Vroni Fehlmann
Die Badi-Besucherinnen Bianca und Lisa stehen bei der einzigen Toilette im Gebiet Ufschötti an.

Die Badi-Besucherinnen Bianca und Lisa stehen bei der einzigen Toilette im Gebiet Ufschötti an.

Das WC-Problem der Stadt Luzern ist um ein Kapitel reicher: Kürzlich wurde die WC-Anlage am südlichen Rand der Ufschötti abgerissen. Da die Toiletten beim Veloparkplatz schon länger geschlossen sind, steht den Badegästen jetzt nur noch eine einzige Anlage zur Verfügung. «An heissen Sonntagen haben wir bis 5 000 Besucher hier», erklärt Sepp Moser, Pächter des Ufschötti-Kiosks. Beim Damen-WC seien deshalb die Wartezeiten derart lange, dass sich Badegäste immer wieder bei ihm beklagen. «Ich vermute, dass sich nun viele Leute einfach im See erleichtern.»

Dem will er nicht mehr länger zusehen: Jeden Tag fotografiert er die Schlange – und schickt die Bilder der Stadtverwaltung. «Die Stadt kennt das Problem und ist auch unzufrieden», sagt er. Das weitere Vorgehen aber ist unklar. Baudirektorin Manuela Jost wollte gestern keine Stellung nehmen.

Kein WC für Rollstuhlfahrer

Auch Badi-Gäste ärgern sich: «Es ist eine Zumutung. Die Wartezeit betrug auch schon eine halbe Stunde», sagen Bianca Bucher und Lisa Montandon. Sauber seien die Toiletten auch nicht. Doch immerhin sei noch eines vorhanden, gestehen die beiden ein. Ein grosses Problem seien auch die Gäste, die sich in den Toiletten umziehen und die Wartezeit so verlängern. Das sei auch Moser schon aufgefallen.

Rollstuhlfahrer trifft es noch härter: Seit dem Abriss der WC-Anlage haben sie gar keine Möglichkeit mehr, zur Toilette gehen zu können – die Türen und Kabinen sind zu eng für Rollstühle. Das nächste behindertengerechte WC ist am Bahnhof.

FDP fordert Offenlegung

Bis 2015 soll die noch bestehende Anlage saniert und rollstuhlgängig gemacht werden. Wo die Besucher während der Bauzeit ihre Notdurft verrichten können, wurde bis anhin noch nicht kommuniziert. Daniel Wettstein von der FDP Luzern forderte die Stadt nun in einer Interpellation dazu auf, den Stand der Umsetzung des WC-Masterplans von 2010 offen zu legen und allfällige Anpassungen bekannt zu geben.

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