Aktualisiert 07.10.2014 08:38

Ebola in Spanien30 Personen stehen in Madrid unter Beobachtung

Eine Mitarbeiterin einer Madrider Klinik, in der zuvor zwei Patienten an Ebola gestorben sind, hat sich mit dem hoch ansteckenden Virus infiziert. Zwei Tests fielen positiv aus.

Im Krankenhaus Carlos III in Madrid hatte sich die Krankenschwester mit dem Virus infiziert.

Im Krankenhaus Carlos III in Madrid hatte sich die Krankenschwester mit dem Virus infiziert.

Erstmals seit Beginn der Ebola-Epidemie hat sich ein Mensch ausserhalb Westafrikas mit dem Virus angesteckt. Zwei Tests bei einer Krankenschwester, die einen infizierten Missionar in einer Klinik in Madrid betreut habe, seien positiv ausgefallen, sagte die spanische Gesundheitsministerin Ana Mato am Montag.

In der Nacht zum Dienstag wurde die Patientin von einem Krankenhaus im Madrider Vorort Alcorcón in die Spezialklinik Carlos III verlegt, in der bereits zwei an Ebola erkrankte Priester behandelt wurden. Die Polizei eskortierte den Krankenwagen-Konvoi mit der Frau.

Bisher hatten Experten es für unwahrscheinlich gehalten, dass sich Menschen ausserhalb Westafrikas mit dem Virus infizieren könnten und auf die weitaus besseren Hygienestandards und Schutzmöglichkeiten verwiesen. Die Weltgesundheitsorganisation bestätigte, es habe bei der jüngsten Ebola-Epidemie bislang keinen Fall einer Ansteckung ausserhalb Westafrikas gegeben.

Sie hatte einen Priester betreut

Die erkrankte Frau gehörte einem Mediziner-Team an, das den 69 Jahre alten spanischen Missionar Manuel Garcia Viejo versorgt hatte, der nach seiner Ebola-Infektion in Sierra Leone nach Madrid ausgeflogen worden, dort aber im September verstorben war. Im August hatte sie bereits den spanischen Priester Miguel Pajares betreut, der ebenfalls starb.

Die verheiratete, aber kinderlose Krankenschwester kam nach ihrem Urlaub am Sonntag mit hohem Fieber in eine Klinik in Alcorcón und wurde unter Quarantäne gestellt. Der Direktor für die medizinische Erstversorgung, Antonio Alemany, sagte, die Behörden würden eine Liste mit den Personen erstellen, mit der die Krankenschwester Kontakt gehabt habe. Ihr Mann und die Rettungssanitäter, die sie aufgenommen hätten, würden beobachtet, seien aber nicht in Quarantäne. Laut der spanischen Zeitung «El Pais» wurden bereits 30 Personen unter Beobachtung gestellt.

Der Ebola-Virus wird nur durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In Westafrika wurden schnell ganze Familien infiziert, weil sie sich um kranke Angehörige kümmerten und die Leichen anfassten. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass durch den jüngsten Ausbruch der Seuche bereits mehr als 3400 Menschen gestorben sind. Besonders hart traf es die Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone.

Medikament könnte wirksam sein

Auch ein norwegischer medizinischer Helfer infizierte sich mit dem Ebola-Virus - allerdings in Afrika. Die Person habe sich bei seiner Arbeit für Ärzte ohne Grenzen in Sierra Leone angesteckt und sei in Quarantäne, teilte die Hilfsorganisation am Montag mit. Ein Weitertransport nach Norwegen ist geplant.

Ein Arzneimittelhersteller aus dem US-Staat North Carolina stellte einem Ebola-Patienten in kritischem Zustand in Dallas einen experimentellen antiviralen Wirkstoff zur Verfügung. Labortests hätten nahegelegt, dass das Medikament auch gegen Ebola-Viren erfolgreich sein könnte, teilte das Unternehmen Chimerix Inc. mit. Das Medikament sei in einer letzten Testphase für andere Virustypen.

US-Präsident Barack Obama kündigte ein internationaleres Engagement im Kampf gegen Ebola an. Seine Regierung erwäge zudem gründlichere Kontrollen von Fluggästen aus den betroffenen Ländern. (sda)

Ebola-Spott von Maskottchen

Das Maskottchen des US-Footballteams Jacksonville Jaguars hat während eines Spiels das gelbe Fan-Handtuch der gegnerischen Mannschaft Pittsburgh Steelers in die Höhe gereckt zusammen mit einem selbst gebastelten Transparent mit der Aufschrift «Handtücher sind mit Ebola infiziert». Der Verein wusste davon nichts und entschuldigte sich einen Tag später.

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