Jugendlicher in St. Gallen - «30 Tage Wegweisung bekommen, obwohl ich nur beim Fussballspielen war»
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Jugendlicher in St. Gallen«30 Tage Wegweisung bekommen, obwohl ich nur beim Fussballspielen war»

Ein Jugendlicher fühlt sich von der Polizei in St. Gallen unfair behandelt. An ihm sei ein Exempel statuiert worden, sagt er.

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Tortillas gekauft – Wegweisung bekommen: Ein Jugendlicher fühlt sich von der Polizei unfair behandelt.

Tortillas gekauft – Wegweisung bekommen: Ein Jugendlicher fühlt sich von der Polizei unfair behandelt.

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Darum gehts

  • Ein Jugendlicher hat in St. Gallen eine Wegweisung erhalten, obwohl er nur am Bahnhof umsteigen wollte.

  • Die Polizei habe ihm gesagt, er müsse für andere in den sauren Apfel beissen, sagt er.

  • Er sei bestraft worden, obwohl er nichts mit den Krawallen zu tun hatte, sagt er.

«Drei Freunde und ich standen vor dem Coop, in dem ich gerade Tortillas gekauft habe, als uns drei Polizist*innen ansprachen und fragten, was wir hier machen würden», sagt News-Scout I.B. (19). Er und seine Freunde hätten entgegnet, dass sie den Nachmittag lang in einem Park Fussball gespielt hätten und nun auf dem Nachhauseweg seien.

Trotzdem hätten sie von der Polizei eine 30-tägige Wegweisung erhalten. Als sie nach dem Grund dafür fragten, habe ein Polizist erwidert: «Ihr müsst jetzt halt für die anderen in den sauren Apfel beissen, ihr wart zur falschen Zeit am falschen Ort.»

Wann spricht die Polizei Wegweisungen aus?

Er habe weder an den Krawallen teilgenommen, noch sympathisiere er damit, sagt I.B. Die Wegweisung durch die Polizei sei deshalb eine Frechheit. Probleme werde ihm die Wegweisung insbesondere bereiten, da er in St. Gallen zur Schule gehe und dort nun seine Freizeit nicht mehr verbringen dürfe. «Am Dienstag werde ich die Wegweisung mit meinem Anwalt ansehen», sagt er.

Polizeisprecher Klaus-Dieter Mennel sagt dazu, er könne sich nicht zu Einzelfällen äussern. Die Wegweisung sei eine harte Massnahme, die Stadtpolizei spreche sie aber nur in Fällen aus, bei denen sie davon ausgehe, dass die betroffene Person aufgrund der Aufrufe nach St. Gallen gereist sei.

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Die Polizei kontrolliert eine Gruppe Menschen am Blumenmarkt.

Die Polizei kontrolliert eine Gruppe Menschen am Blumenmarkt.

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So sah es auf dem Roten Platz um 23.30 Uhr aus - menschenleer.

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Auch nach 23 Uhr zeigt die St. Galler Polizei Präsenz und kontrolliert vereinzelt Menschen am Bahnhof.

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(nsa)

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