Grosshöchstetten BE: 30 Tonnen Zwetschgen in 24 Stunden verkauft – darum war Timing entscheidend

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Grosshöchstetten BE30 Tonnen Zwetschgen in 24 Stunden verkauft – darum war Timing entscheidend

Reto Schürch konnte die 4 mm zu kleinen Zwetschgen innert kurzer Zeit direkt verkaufen. Er geht davon aus, dass er mit den Einnahmen seine laufenden Kosten decken kann.

von
Lucas Orellano
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Diese Zwetschgen sind weg: Reto Schürchs Selberpflück-Aktion war ein voller Erfolg.

Diese Zwetschgen sind weg: Reto Schürchs Selberpflück-Aktion war ein voller Erfolg.

20min/zst
Noch am Freitag wurde Schürch seine Zwetschgen nicht los. Die Früchte waren für den Grosshandel zu klein.

Noch am Freitag wurde Schürch seine Zwetschgen nicht los. Die Früchte waren für den Grosshandel zu klein.

20min/zst
Er rief deshalb in einem Video von 20 Minuten dazu auf, die Zwetschgen gleich selber bei seinem Hof pflücken zu kommen. Nach nur einem Tag ist er inzwischen schon fast alles losgeworden.

Er rief deshalb in einem Video von 20 Minuten dazu auf, die Zwetschgen gleich selber bei seinem Hof pflücken zu kommen. Nach nur einem Tag ist er inzwischen schon fast alles losgeworden.

Privat

Darum gehts

  • Nach einem Beitrag auf 20 Minuten wurde der Obstbauer Reto Schürch von Interessentinnen und Interessenten regelrecht überrannt.

  • Weil nun der Regen kommen soll, ist er froh, dass er seine Zwetschgen alle verkaufen konnte.

  • Mit dem eingenommenen Geld sollte er seine laufenden Kosten zumindest decken können.

Die grosse Verkaufsaktion von Reto Schürch aus Grosshöchstetten BE ist zu Ende. Alles ist weg. Und keinen Moment zu früh, denn jetzt soll der Regen kommen: «Es ist perfektes Timing. Ich hatte das im Vorfeld wettertechnisch analysiert», sagt Schürch. «Jetzt, wo es einige Tage regnen soll, hätte das die ganze Ernte ruiniert. Die Zwetschgen wären schrumpelig geworden, dann wären die Kirschessigfliegen und die Wespen gekommen.»

Und weiter: «Ich bin sehr froh, dass wir die 30 Tonnen restlos losgeworden sind. Und dies, nachdem die Bäume jetzt den ganzen Sommer unter der Trockenheit gelitten haben. Ich bin auch dankbar für alle, die mich bei der Produktion der Zwetschgen unterstützt haben.»

Nun können sich die Bäume bis zum nächsten Frühling erholen. Der prognostizierte Regen sollte ihnen dabei helfen. «So extrem viel Regen brauchen die Fellenberg-Zwetschgenbäume eigentlich gar nicht», sagt Schürch. «Sie haben tiefe Wurzeln und holen sich das Wasser in der Tiefe.» Ein Zeichen dafür, wie aussergewöhnlich trocken das Jahr bisher ist.

Kaufst du Früchte lieber direkt beim Bauern oder eher im Laden?

Eine provisorische Bilanz kann Schürch ziehen: «Wir werden zumindest unsere laufenden Kosten decken können, aber unter dem Strich bleibt nicht viel», sagt er und betont: «Es ging mir bei der Verkaufsaktion nicht um das Geld, sondern darum, dass in Zeiten von Rohstoffknappheit und Energiemangel keine Nahrungsmittel verschwendet werden.»

«Es hat mich extrem bewegt, was für ein Echo das ausgelöst hat», sagt Schürch zu 20 Minuten. «Ich musste es draussen so oft aufladen, dass ich meine Autobatterie geleert hatte.» Auch Tage später klingelt bei ihm regelmässig das Handy. Schürch gibt den Anrufenden gerne auch Informationen zur Trockenheit, und wie sie die Zwetschgenernte beeinflusst. «Ich spüre, dass sich die Leute für solche Themen interessieren», sagt er. 

Ob er bei der Ernte 2023 wieder Zwetschgen zum Selberpflücken anbietet, lässt Schürch noch offen. Die Leute seien beim Pflücken sehr vorsichtig gewesen und hätten nichts beschädigt. Schürch will sich in den nächsten 14 Tagen überlegen, wie es mit der Aktion 2023 weitergehen soll. Er habe zahlreiche Ideen und Innovationen. 

Der Berner Obst- und Beerenbauer Reto Schürch erzählte im Video, weshalb er seine Zwetschgen nicht verkaufen konnte.  

20 Minuten

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