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30 Tote bei Anschlag in Schiiten-Stadt Kufa

Nur wenige Stunden nach Hinrichtung von Ex-Diktator Saddam Hussein sind bei einem Autobombenanschlag in der südirakischen Stadt Kufa mindestens 30 Menschen getötet worden.

Dies berichtete der Nachrichtensender Al-Arabija unter Berufung auf Ärzte. Der Anschlag sei in der vornehmlich von Schiiten bewohnten Stadt auf einem Marktplatz verübt worden. Unklar ist, ob die Tat im Zusammenhang mit der Hinrichtung Saddams steht.

Erst am vergangenen Dienstag waren rund 60 Menschen bei einem Anschlag in Kufa getötet worden. Kufa gehört zu den heiligsten Stätten der Schiiten im Irak.

Aufrufe zu Versöhnung

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki begrüsste inzwischen die Hinrichtung Saddam Husseins. Gleichzeitig rief er die Iraker erneut zur nationalen Versöhnung auf. Saddam Hussein werde nicht als Vertreter einer bestimmten Religion oder Gemeinschaft im Irak betrachtet, betonte Maliki.

In der ganzen Welt riefen Politiker nach dem Tod Saddams zu Besonnenheit auf. Der Vatikan warnte vor Racheakten und verstärkter Gewalt. Das französische Aussenministerium rief die Iraker auf, an der Wiederversöhnung zu arbeiten.

US-Präsident George W. Bush bezeichnete die Hinrichtung Saddams als «wichtigen Meilenstein» auf dem Weg zu einer irakischen Demokratie. Auch der Iran begrüsste die Hinrichtung als «Sieg für das irakische Volk».

Kritik am Verfahren

Eine Anwältin Saddams bezeichnete es als «illegal», dass die Verteidigung nicht zur Hinrichtung Saddams zugelassen worden sei. Ihr sei die Einreise in den Irak verweigert worden, sagte die Anwältin Buschra Chalil dem Sender Al-Dschasira.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte die Hinrichtung als Schritt weg von den Menschenrechten. Das Verfahren gegen Saddam habe schwere Mängel aufgewiesen. (dapd)

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