Herzogenbuchsee BE: 300 Leute tankten für 14 Rappen pro Liter Benzin
Aktualisiert

Herzogenbuchsee BE300 Leute tankten für 14 Rappen pro Liter Benzin

Wegen eines Eingabefehlers wurde Benzin an einer Tankstelle in Oberönz zum Schnäppchen – sehr zum Leidwesen des Besitzers. Er muss den Schaden selbst tragen.

von
Simon Ulrich
1 / 3
Den billigen Sprit wollte sich niemand entgehen lassen: Auto-Kolonne vor der Gustoil-Tankstelle in Oberönz.

Den billigen Sprit wollte sich niemand entgehen lassen: Auto-Kolonne vor der Gustoil-Tankstelle in Oberönz.

Leser-Reporter
Wie sich herausstellte, handelte es sich beim unverschämt tiefen Benzin-Preis nicht um ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk an die Automobilisten, sondern um eine Unachtsamkeit vonseiten der Tankstelle. «Wir mussten den Benzin-Preis neu eingeben, dabei passierte der Fehler», erklärt Tankstellen-Besitzer Herbert Schüpbach.

Wie sich herausstellte, handelte es sich beim unverschämt tiefen Benzin-Preis nicht um ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk an die Automobilisten, sondern um eine Unachtsamkeit vonseiten der Tankstelle. «Wir mussten den Benzin-Preis neu eingeben, dabei passierte der Fehler», erklärt Tankstellen-Besitzer Herbert Schüpbach.

Leser-Reporter
Grösser als der Ärger über die finanzielle Einbusse war bei Schüpbach am Tag danach die Empörung über seine Mitmenschen, die den Fehler schamlos ausnutzten. Dennoch will er nicht rechlich dagegen vorgehen. Er befürchtet mit einer Anzeige schaden anzurichten: «Vielen junge Menschen haben getankt. Da könnte ich nicht dahinter stehen.»

Grösser als der Ärger über die finanzielle Einbusse war bei Schüpbach am Tag danach die Empörung über seine Mitmenschen, die den Fehler schamlos ausnutzten. Dennoch will er nicht rechlich dagegen vorgehen. Er befürchtet mit einer Anzeige schaden anzurichten: «Vielen junge Menschen haben getankt. Da könnte ich nicht dahinter stehen.»

Leser-Reporter

Die Meldung verbreitete sich am Dienstagabend wie ein Lauffeuer: An der Gustoil-Tankstelle in Oberönz könne man für 14 Rappen pro Liter Bleifrei tanken. Manch einer rieb sich die Hände über das Benzin-Schnäppli, schon bald bildete sich vor der dörflichen Zapfsäule am Birkenweg eine lange Kolonne. «Alle waren am Durchdrehen und telefonierten rum, damit noch mehr Leute kamen», berichtet ein Leser-Reporter.

Ein Anwohner beobachtete das Geschehen durch sein Fenster. Schnell war ihm klar, dass etwas nicht stimmen konnte. «Da warfen Leute ein paar Münzen ein und konnten damit volltanken», sagt er. Der Mann rief daraufhin die Polizei, die um circa 22.30 Uhr eintraf und dem Spektakel ein Ende setzte.

«Das ist Diebstahl»

Wie sich herausstellte, handelte es sich beim unverschämt tiefen Benzinpreis nicht um ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk an die Automobilisten, sondern um eine Unachtsamkeit vonseiten der Betreiber. «Wir mussten den Benzinpreis neu eingeben, dabei passierte der Fehler», erklärt Tankstellen-Besitzer Herbert Schüpbach. Konkret: Anstatt 140 wurde 14 eingetippt. Durch seine Unachtsamkeit entstand bei Schüpbach ein Schaden von etwas mehr als 10'000 Franken.

Grösser als der Ärger über die finanzielle Einbusse ist bei ihm jedoch die Empörung über seine Mitmenschen. Schliesslich habe jeder in der Kolonne gewusst, dass es sich um ein Versehen handelte. «Da standen 300 Leute an, um sich auf meine Kosten zu bereichern», so der 58-Jährige. Keinem sei in den Sinn gekommen, die Nummer auf der Zapfsäule zu wählen und den Eingabefehler zu melden. «Das ist schlichtweg Diebstahl», sagt er.

Benzin soll günstig bleiben

Dennoch muss er den Verlust selber berappen. «Das zahlt mir keine Versicherung», weiss Schüpbach. Trotzdem will er weder jemanden anzeigen noch den Benzinpreis künftig erhöhen – man soll weiterhin für 1.40 Franken tanken können. «Ich will nicht die anderen Kunden bestrafen.»

Übrigens: Dem Leser-Reporter reichte es nicht mehr fürs Tanken – die Polizei intervenierte vorher. Für den 21-Jährigen halb so schlimm: «Ich wollte sowieso nur schauen, welche Ausmasse das Ganze annimmt.»

Deine Meinung