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Teures Unwetter300 Millionen wurden verhagelt

Der Hagelzug vom 23. Juli hat Schäden von weit über 300 Millionen Franken angerichtet. Allein die Mobiliar-Versicherung schätzt die Schadensumme bei Autos und Mobiliar auf über 55 Millionen Franken.

Der Interkantonale Rückversicherungsverband (IRV) beziffert diejenigen an Gebäuden auf 120 bis 160 Millionen Franken. Er stützt sich dabei auf die Erhebungen der Kantonalen Gebäudeversicherungen der Kantone Waadt, Freiburg, Bern, Luzern und Nidwalden.

Schätzung verdreifacht sich

Noch am Dienstag war der IRV von Schäden an Gebäuden von 80 bis 120 Millionen Franken ausgegangen. Damit korrigierte er diese Zahlen nun nach oben. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

»Wegen der Ferien sind noch nicht alle Schäden gemeldet», erklärte IRV-Kommunikationschef Rolf Meier auf Anfrage. Zudem haben beispielsweise die Kunden der Gebäudeversicherung Bern zwei Jahre Zeit, die Schäden zu melden. Definitive Zahlen lassen sich deshalb schwer errechnen, sagte Meier.

Aufsummiert lassen sich die Schäden an Gebäuden, Landwirtschaft und Fahrzeugen mit weit über 300 Millionen Franken beziffern. Eine noch höhere Zahl ist jedoch sehr wahrscheinlich, denn alle Versicherer melden hohe Schadenssummen.

Raps, Mais, Kartoffeln, Autos - alles litt

So die Versicherungsgruppe Mobiliar, die Schäden - vor allem an Autos - im Umfang von 55,8 Millionen Franken erwartet. Noch am Dienstag war von 40 Millionen Franken die Rede gewesen.

Bei der Allianz Suisse gehen täglich mehr als 1000 Schadensmeldungen vor allem bei Fahrzeugen ein. Insgesamt rechnet sie mit einem Schadenvolumen von mindestens 30 Millionen Franken. «Ein solches Ausmass an Hagelschäden haben wir bislang noch nicht gesehen», wird der Leiter Schadenservice Ralph Echensperger in einer Mitteilung vom Freitag zitiert.

Axa Winterthur schätzt die Hagelschäden an bei ihr versicherten Fahrzeugen auf rund 60 Millionen Franken. Die Vaudoise Versicherungen gehen von Schäden im Rahmen von 30 Millionen Franken aus.

Auch die Zurich Schweiz geht von mehreren Tausend betroffenen Fahrzeugen aus, kann jedoch die Schadenssumme noch nicht nennen. Gleiches gilt für die Generali, die bisher rund 5000 Schadensanzeigen verzeichnet hat.

Zerstört hat der Hagel auch landwirtschaftliche Kulturen. Die Schweizerische Hagelversicherung, die diese Schäden deckt, geht von einer Schadenssumme von «sicher» über 20 Millionen Franken aus.

Schadenssumme wird weiter ansteigen

Am Donnerstag, 23. Juli, waren mehrere Gewitter über die Westschweiz und das Mittelland gezogen. Sie brachten Hagel mit Körnern so gross wie Golfbälle, Regen und Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 154 Kilometern in der Stunde.

Das genaue Ausmass der Schäden wird erst in den kommenden Wochen bekannt sein. Ein Vergleich mit Zahlen zu Gebäudeschäden durch Hagel vergangener Jahre zeigt aber, dass der Hagelschlag von letzter Woche einer der schwersten gewesen sein dürfte.

Schweres Hageljahr

Für das ganze Jahr 2007 weist der IRV etwa Hagelschäden in der Höhe von 81,5 Millionen Franken aus. Im Jahr davor lagen die Schäden bei 44,2 Millionen Franken, 2005 waren es 142,9 Millionen Franken.

Die Schweizerische Hagelversicherung rechnet mit über 5000 Schadensmeldungen für das Unwetter vom 23. Juli. Bis Mitte Jahr hatte sie total bereits 5055 Fälle gezählt.

(sda)

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