Antikörper-Cocktail - 3000 Dosen des Covid-Medikaments von Roche eingetroffen
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Antikörper-Cocktail3000 Dosen des Covid-Medikaments von Roche eingetroffen

Ab Mitte Mai werde der Antikörper-Cocktail verfügbar sein, versprach der Bund. Jetzt sind die bestellten Dosen da. Die Spitäler wollen rasch loslegen.

von
Pascal Michel
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Die US-Firma Regeneron hat das Medikament zusammen mit Roche entwickelt.

Die US-Firma Regeneron hat das Medikament zusammen mit Roche entwickelt.

Regeneron Pharmaceuticals
Die Schweiz hat 3000 Dosen beim Basler Pharmariesen bestellt.

Die Schweiz hat 3000 Dosen beim Basler Pharmariesen bestellt.

AFP
Laut einem BAG-Sprecher ist die Lieferung nun eingetroffen.

Laut einem BAG-Sprecher ist die Lieferung nun eingetroffen.

bs.ch

Darum gehts

  • Der Bund hat 3000 Dosen des Antikörper-Cocktails bestellt.

  • Diese sind jetzt eingetroffen.

  • Der Cocktail richtet sich an Risikopersonen, die noch nicht hospitalisiert sind.

Der Antikörper-Cocktail von Roche und Regeneron senkt das Risiko bei Infizierten, einen schweren Verlauf zu erleiden oder gar zu sterben um 70 Prozent. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bezeichnete den Cocktail aus Casirivimab / Imdevimab deshalb auch als «vielversprechend», als es Ende April ankündigte, 3000 Dosen davon zu bestellen. Die Lieferung erfolge Mitte Mai, ab dann werde die Behandlung für bestimmte Risikopersonen verfügbar sein, hiess es damals in der Medienmitteilung des BAG.

Am 10. Mai sah es noch nach einer Lieferverzögerung aus. Ein BAG-Sprecher erklärte gegenüber 20 Minuten: «Die ersten Lieferungen werden noch in diesem Monat erwartet.» Die Lieferfrist war nun plötzlich auf den ganzen Monat Mai ausgedehnt worden. Jetzt ist die Lieferung doch noch termingerecht Mitte Mai erfolgt: «Es wurden 3000 Dosen bestellt und diese sind in der Schweiz eingetroffen. Erste Spitäler haben bereits Dosen bestellt und erhalten», bestätigt ein BAG-Sprecher.

Wirksam gegen schwere Verläufe

«Für uns sind diese Medikamente sehr wichtig, um die gefürchteten schweren Covid-Verläufe zu vermeiden», freut sich Philip Tarr, Co-Chefarzt an der Uniklinik am Kantonsspital Baselland.

Er erklärt, das Roche-Mittel werde nicht-hospitalisierten Personen verabreicht. «Wir sehen täglich Patienten auf der Notfallstation, die Covid haben, aber keinen Sauerstoff benötigen und auch sonst in einigermassen gutem Zustand sind.» Diese Patienten hospitalisiere man nicht und man lasse sie nach Hause gehen. «Und genau bei diesen Patienten wird der Roche-Cocktail zum Einsatz kommen.» Laut Tarr könnten auch Hausärzte das Medikament einsetzen.

Zentral sei, dass es nicht nur verfügbar, sondern auch genug früh verabreicht werde, sagt Tarr. «Wir dürfen nicht so lange warten, bis die Patienten dann in sehr schlechtem Zustand hospitalisiert werden müssen. Dann ist es vielleicht zu spät für den Cocktail.»

Diese Patienten erhalten den Cocktail

Welche Patienten von einer solchen Therapie profitieren, hat die Gruppe Clinical Care der Covid-Taskforce zusammen mit der Gesellschaft für Infektiologie erarbeitet. «Wir arbeiten im Moment noch am Feinschliff, um eine faire und reibungslose Verteilung zu ermöglichen», sagt Nicolas Müller vom Unispital Zürich, Leiter der Richtliniengruppe COVID der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie.

Im Fokus stehen Personen, die sich infiziert haben und denen ein schwerer Verlauf droht. «Der typische Patient wäre wohl ein 55-Jähriger, der schon einmal einen Herzinfarkt hatte oder an erheblichen Vorerkrankungen leidet», sagt Müller zu 20 Minuten. Die Antikörper müssen früh nach Beginn der Symptome, innerhalb von fünf Tagen, verabreicht werden.

Pro Kanton haben die Kantonsärzte und Kantonsärztinnen die Zentren festgelegt, die mit dem Cocktail beliefert werden. Dort verabreichen Ärzte das Mittel ambulant und verfügen auch über kleinere Vorräte. «Der Cocktail wird vor Ort gemischt und wird mit einer Infusion verabreicht», sagt Müller. Er weist darauf hin, dass auf den Intensivstationen derzeit einige Personen liegen, die vielleicht mit einer frühzeitigen medikamentösen Behandlung vor schweren Verläufen hätten geschützt werden können. «Wir glauben, dass das Medikament, wenn es dann da ist, einen Unterschied machen kann.»

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