Zu zerstörerisch: 3000 Rentiere müssen sterben
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Zu zerstörerisch3000 Rentiere müssen sterben

Drei Versuche hat es gebraucht, um Rentiere auf der subantarktischen Insel Südgeorgien anzusiedeln. 100 Jahre später wird nun die gesamte Population abgeschossen.

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lue

Südgeorgien liegt rund 1800 Kilometer östlich vor der Küste Argentiniens im Südatlantik. Politisch zählt die Insel und die gleichnamige Inselgruppe, zu der sie gehört, zum britischen Überseegebiet «Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln». Doch das Eiland wird, wie die circa 1400 Kilometer westlich von ihm liegenden Falklandinseln, von Argentinien beansprucht.

Auf der rund 160 Kilometer langen und bis zu 30 Kilometer breiten Insel leben nicht viele Menschen. Genauer gesagt nur das Ehepaar Lurcock und einige Forscher. Dafür trifft man auf der subantarktischen Insel um so mehr Tiere: Da kreuchen und fleuchen rund fünf Millionen Goldschopfpinguine und etwa 400'000 Königspinguine. Des Weiteren tummeln sich auf der Insel See-Elefanten, Antarktische Seebären, Seeleoparden, Krabbenfresser, Weddell-Robben und Subantarktische Seebären.

Es gibt aber auch drei nicht indigene Tierarten. Und zwar wurden Ratten, Mäuse und Rentiere von Menschen auf die Insel eingeschleppt. Bei den Rentieren brauchte es gar drei Anläufe, bis es klappte und sich die Hirschart auf Südgeorgien heimisch fühlte.

Nach den Ratten auch die Rentiere

Doch nun soll es den importierten Tieren an den Kragen gehen. Bereits seit letztem Jahr wird den Ratten mit Gift der Garaus gemacht. Sie sollen bis in vier Jahren vollständig ausgerottet sein, da sie grosse Schäden an der heimischen Fauna anrichten. Das tun eben auch die Rentiere. Laut «BBC» trampeln die rund 3000 Huftiere einheimische Pflanzen nieder, was zu Erosionen und einer Gefährdung der Königspinguine und anderer Vögel führt. Ausserdem achten sie nicht darauf, wo sie hintreten und zerstören Vogelnester.

Nun sind von weit, weit weg, nämlich aus Norwegen, Hirten des Volkstammes der Samen angereist, um die Rentiere zu töten. Denn schliesslich waren es auch zwei Norweger, die 1911 mit der Ansiedlung der Rentiere auf der Insel begannen. Dies taten sie, damit sie, unterwegs in der Arktis als Walfänger, immer mit genug Frischfleisch versorgt waren. In zwei Sommern sollen die Tiere ausgerottet sein, ihr Fleisch wird auf den Falklandinseln zum Verkauf angeboten werden.

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