3000 UN-Soldaten für Darfur
Aktualisiert

3000 UN-Soldaten für Darfur

Der Sudan hat die Stationierung von Kampfhubschraubern und mehr als 3 000 UN-Soldaten und -Polizisten zur Verstärkung der Truppe der Afrikanischen Union in Darfur akzeptiert.

Der Sudan hat der Entsendung von UNO- Kampfhelikoptern für den Friedenseinsatz in der Krisenregion Darfur zugestimmt. Dies sagte der sudanesische Aussenminister Lam Akol am Montag.

«Der Sudan hat das Abkommen über die zweite Phase der UNO- Unterstützung der afrikanischen Streitkräfte akzeptiert», erklärte Akol. Auf die Frage, ob dies auch die Entsendung von sechs Kampfhelikoptern der UNO einschliesse, antwortete Akol mit «Ja».

Die Zustimmung aus Khartum öffne «den Weg zu neuen Etappen». Jetzt sei «der Ball im Feld der UNO», sagte Akol. Die UNO müsse nun über die Finanzierung entscheiden, damit Khartum die Truppenstärken bei den afrikanischen Staaten anfragen könne.

Negroponte in Khartum

Am Montag vergangener Woche hatte die sudanesische Regierung in Addis Abeba mit der Afrikanischen Union (AU) und der UNO die zweite Phase der UNO-Unterstützung für die AU-Truppen in Darfur vereinbart. Khartum hatte jedoch zunächst nicht der Entsendung der Helikopter zusätzlich zu einer 3000 Mann starken Truppe zugestimmt.

Bei einem Besuch in Khartum ermahnte der US-Vizeaussenminister John Negroponte am Montag die sudanesische Regierung, zur Friedenssicherung in Darfur beizutragen. Andernfalls drohe dem Sudan eine weitere internationale Isolierung.

Beratungen über «Hybrid»-Streitmacht

Am UNO-Sitz in New York wollten am Montag Vertreter der UNO und der AU über die Aufstellung der gemeinsamen Friedenstruppe in der Region beraten. Die UNO hofft auf die Entsendung von 20 000 Soldaten nach Darfur.

Dies muss aber noch mit Khartum ausgehandelt werden. Verwirrung herrschte über eine Nachricht aus Saudi-Arabien, wonach der Sudan der Stationierung von UNO-Friedenstruppen zugestimmt habe.

Die UNO erklärten, sie hätten noch keine offizielle Erklärung dazu erhalten. Bislang wehrte sich die sudanesische Regierung gegen die Forderung der internationalen Gemeinschaft, eine «Hybrid- Streitmacht» aus UNO- und AU-Soldaten zu akzeptieren.

Gegen afrikanische Soldaten habe die Regierung nichts einzuwenden, erklärte Aussenminister Lam Akol am Sonntag. Negroponte sagte dazu, die gemeinsame Truppe würde überwiegend eine afrikanische sein und von einem Afrikaner kommandiert.

Seit über drei Jahren Bürgerkrieg

In Darfur sind bereits 7000 Friedenssoldaten der Afrikanischen Union stationiert. Die schlecht ausgestatteten und unterfinanzierten Streitkräfte haben es bislang aber nicht geschafft, die Gewalt in der Provinz zu stoppen.

In Darfur herrscht seit Anfang 2004 ein Bürgerkrieg, in dem sich schwarzafrikanische Rebellen und die von der Regierung unterstützten Reitermilizen Dschandschawid gegenüberstehen. Nach Schätzungen der UNO wurden seitdem mindestens 200 000 Menschen getötet und und zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben. (dapd)

Deine Meinung