Aktualisiert 25.04.2019 08:03

Fieser Blitzer«30er-Zone wurde extra schlecht markiert»

Dass eine neue Tempo-30-Zone in Münchenstein ausgerechnet in Fahrtrichtung des Radars nicht am Boden markiert wurde, ärgert einen Leser.

von
lha
1 / 4
Dieser Blitzer treibt Leser S.* auf die Palme: Der Beginn der Tempo-30-Zone sei absichtlich schlecht signalisiert worden, wirft er der Gemeinde vor.

Dieser Blitzer treibt Leser S.* auf die Palme: Der Beginn der Tempo-30-Zone sei absichtlich schlecht signalisiert worden, wirft er der Gemeinde vor.

Leser-Reporter
So präsentiert sich die Einfahrt in die seit Mitte April geltende 30er-Zone.

So präsentiert sich die Einfahrt in die seit Mitte April geltende 30er-Zone.

Leser-Reporter
Das Schild sei «unscheinbar», empört sich der Leser. Zudem fehle eine Bodenmarkierung.

Das Schild sei «unscheinbar», empört sich der Leser. Zudem fehle eine Bodenmarkierung.

Leser-Reporter

«Es ist davon auszugehen, dass die 30er-Zone an dieser Stelle absichtlich nicht mit Farbe am Boden markiert wurde, damit möglichst viel Geld in die Gemeindekasse fliesst», glaubt der empörte Leser S.* Seit kurzem erst gilt auf einem Abschnitt der Pumpwerkstrasse im Münchensteiner Gewerbegebiet Tempo 30. Grund dafür ist das Alters- und Pflegeheim in diesem Bereich. Die Temporeduktion soll die Sicherheit der Senioren bei der Strassenüberquerung erhöhen.

S., der anonym bleiben will, tappte selbst in die Radarfalle, die seit 1998 an dieser Stelle steht. «Es geht mir aber nicht darum, dass ich sauer bin, weil es mich geblitzt hat», betont er. Vielmehr störe ihn, wie die Gemeinde die Änderung umsetze und sanktioniere.

In der Gegenrichtung zum Radar sei Tempo 30 nämlich am Boden markiert. Zusätzlich stehe ein Schild auf einem Betonsockel gut sichtbar auf der Strasse. «Auf der anderen Seite ist die Strasse allerdings breit und das Tempo-30-Schild steht unscheinbar, hoch oben am Strassenrand.»

«Bodenmarkierungen sind nicht Pflicht»

Die Gemeinde will den Vorwurf des empörten Autofahrers nicht gelten lassen. «Auf keinen Fall machen wir das, um die Einnahmen zu erhöhen», sagt Gemeindepräsident Giorgio Lüthi. Die verkehrspolizeilichen Anordnungen seien alle korrekt umgesetzt worden, betont er. «Bodenmarkierungen sind grundsätzlich nicht Pflicht und dienen nur als Hilfsmittel als Ergänzung zur Signalisation.

Es wird in beide Richtungen zu schnell gefahren

Die Gemeinde hat im Zuge der neuen Signalisation vom 16. bis 19. April Geschwindigkeitsmessungen in beide Richtungen durchgeführt. Dabei waren 13 Prozent der Autofahrer mit mehr als 35 km/h unterwegs. «Ich habe extra nachgesehen, es machte keinen Unterschied, von welcher Seite sie kamen», sagt Lüthi. Ob Bodenmarkierung oder «unscheinbare» Tafel, die Sichtbarkeit der Signalisation spielt also offenbar keine Rolle.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.