Resultate der Tests in St. Moritz: 31 Hotelangestellte mit mutiertem Virus infiziert
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Resultate der Tests in St. Moritz31 Hotelangestellte mit mutiertem Virus infiziert

In St. Moritz wurde eine gehäufte Ausbreitung eines mutierten Coronavirus festgestellt. Betroffen sind auch zwei Hotels – Quarantäne wurde verhängt und alle Personen getestet. Nun sind Resultate bekannt.

von
Michel Eggimann
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Das Badrutt’s Palace in St. Moritz. Hier mussten sich die Hotelgäste sowie Mitarbeitende in Quarantäne begeben. Diese dauert bis am 27. Januar.

Das Badrutt’s Palace in St. Moritz. Hier mussten sich die Hotelgäste sowie Mitarbeitende in Quarantäne begeben. Diese dauert bis am 27. Januar.

imago/Herb Hardt
Gleiches gilt auch für die Gäste und Mitarbeitende des Grand Hotel des Bains Kempinski.

Gleiches gilt auch für die Gäste und Mitarbeitende des Grand Hotel des Bains Kempinski.

imago sportfotodienst
In beiden betroffenen Hotels sind Gäste und Mitarbeitende auf das Coronavirus getestet worden. 

In beiden betroffenen Hotels sind Gäste und Mitarbeitende auf das Coronavirus getestet worden.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Die Behörden haben in St. Moritz dazu aufgerufen, sich auf Corona testen zu lassen.

  • Eine mutierte Variante des Virus breitete sich im Nobelferienort aus.

  • In den Hotels Kempinski und Palace wurden zunächst ein Dutzend Fälle bekannt, weshalb alle Gäste und Mitarbeitende getestet wurden.

  • Nun liegen die Resultate vor.

Die Auswertung von fast 3200 Coronatests in St. Moritz zeigt, dass rund ein Prozent der Bevölkerung mit dem Coronavirus angesteckt ist. Bei den Mitarbeitenden und Gästen der beiden unter Quarantäne gestellten Hotels beträgt die Ansteckungsrate vier Prozent, teilt das Gesundheitsamt Graubünden mit. Von den 53 identifizierten Fällen betreffen 31 eine mutierte Form des Virus. Dieses wurde bei Hotelangestellten festgestellt und nicht auf Gäste oder die Bevölkerung übertragen.

Aufgrund einer gehäuften Ausbreitung des mutierten Coronavirus in zwei Hotelbetrieben hatte das Gesundheitsamt am Montagmorgen Sofortmassnahmen zum Schutz der Gesundheit von Bevölkerung und Gästen erlassen und eine Ausbruchsuntersuchung angeordnet. Im Engadiner Nobelferienort grassiert die südafrikanische Variante des mutierten Coronavirus. Die Behörden haben reagiert und Massentests angeordnet. Von Montag bis Mittwoch wurden 3184 PCR-Tests (Stand 20. Januar 2021, 17.30 Uhr) durchgeführt.

Positivitätsrate in betroffenen Hotels bei vier Prozent

Es wurden 53 Infektionen mit dem SARS-CoV-2 Virus bestätigt, 31 davon betreffen Mutationen (N501Y). Der Massentest zeige, dass die durchschnittliche Positivitätsrate in den zwei betroffenen Hotels bei vier Prozent und in der Bevölkerung bei einem Prozent und damit etwa gleich hoch wie beim Pilottest vom Dezember liegt.

Aufgrund der Lokalisierungen der Infektionen sei ein weiterer Massentest nicht erforderlich. Das Gesundheitsamt wird bei weiteren Fallhäufungen gezielte Ausbruchsuntersuchungen in betroffenen Betrieben anordnen. Zudem wird das kantonale Contact Tracing die registrierten Fälle analysieren und betroffene Personen in Isolation und Quarantäne betreuen. Das mutierte Virus wurde insbesondere bei Hotelmitarbeitenden festgestellt und nicht auf Hotelgäste übertragen. Dies zeige, dass die Schutzkonzepte der Hotels funktionieren und das Testen von Mitarbeitenden eine sinnvolle, wirksame Massnahme sei.

Massnahmen werden aufgehoben

Betroffen von der Verbreitung des Virus sind die zwei Hotels Badrutt’s Palace und im Kempinski, wo vorerst rund ein Dutzend Fälle des mutierten Virus aufgetaucht sind. In den Hotels mussten alle Personen in Quarantäne. Die beiden betroffenen Hotels bleiben laut dem Gesundheitsamt bis zum 27. Januar 2021 unter Quarantäne. Am Montag wurden auf Anordnung des Gesundheitsamts in den beiden betroffenen Hotels 548 PCR- Nasenabstriche durchgeführt; davon 435 Mitarbeitende und 113 Gäste. Die Tests fanden direkt in den Hotels statt.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen wurden in St. Moritz bis auf Weiteres die Schulen, Tagestätten sowie Skischulen geschlossen. Zudem wurde auf auf dem gesamten Gemeindegebiet eine Maskentragpflicht erlassen. Ab Freitagmorgen ist der Unterricht in St. Moritzer Schulen, Kindertagesstätten und Skischulen wieder erlaubt. Ebenfalls aufgehoben wird das Verbot für Vereinsaktivitäten und Sporttrainings mit Jugendlichen sowie die generelle Maskenpflicht auf dem Gemeindegebiet. Das Epidemiengesetz schreibe vor, dass die angeordneten Massnahmen nur solange dauern dürften, wie es notwendig sei, um die Verbreitung einer übertragbaren Krankheit zu verhindern und eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit Dritter abzuwenden.

So sah es am Dienstag vor einem Testcenter in St. Moritz aus.

Tamedia

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