Luzerner Kriminalgericht – 31-Jähriger würgt und vergewaltigt Ex-Freundin – Mehr als sechs Jahre Haft
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Luzerner Kriminalgericht 31-Jähriger würgt und vergewaltigt Ex-Freundin – Mehr als sechs Jahre Haft

Ein Mann würgte seine Ex-Freundin bis zur Bewusstlosigkeit und vergewaltigte sie. Dafür wurde er vom Luzerner Kriminalgericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Es war nicht das erste Mal, dass der Mann der Frau gegenüber gewalttätig wurde. 2016 verletzte er sogar die gemeinsame Tochter.

von
Rochus Zopp
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Ein 31-jähriger Mann wurde vom Luzerner Kriminalgericht für versuchte (eventual-)vorsätzliche Tötung, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung verurteilt.

Ein 31-jähriger Mann wurde vom Luzerner Kriminalgericht für versuchte (eventual-)vorsätzliche Tötung, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung verurteilt.

Luzerner Gerichte
Der aus Brasilien stammende Mann habe seine ehemalige Partnerin in der Nacht auf den 12. April 2018 in der Küche bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Für die Frau bestand dabei Lebensgefahr.

Der aus Brasilien stammende Mann habe seine ehemalige Partnerin in der Nacht auf den 12. April 2018 in der Küche bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Für die Frau bestand dabei Lebensgefahr.

Gerichte Luzern
Später wollte sich der Mann mit Geschlechtsverkehr versöhnen. Laut dem Urteil des Gerichts war die Versöhnung jedoch eine Vergewaltigung. Die Frau habe ihrem Ex-Freund mehrfach deutlich zu verstehen gegeben, dass sie keinen Geschlechtsverkehr wollte.

Später wollte sich der Mann mit Geschlechtsverkehr versöhnen. Laut dem Urteil des Gerichts war die Versöhnung jedoch eine Vergewaltigung. Die Frau habe ihrem Ex-Freund mehrfach deutlich zu verstehen gegeben, dass sie keinen Geschlechtsverkehr wollte.

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Darum gehts

  • Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte einen Mann für versuchte (eventual-)vorsätzliche Tötung, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und elf Monaten.

  • Der 31-Jährige würgte die Frau bis zur Bewusstlosigkeit und vergewaltigte sie später auch noch.

  • Der aus Brasilien stammende Mann leidet an einer dissozialen Persönlichkeitsstörung mit zusätzlichen psychopathischen Zügen.

  • Der Beschuldigte ist bereits mehrfach vorbestraft.

Ein 31-jähriger Mann wurde vom Luzerner Kriminalgericht für versuchte (eventual-)vorsätzliche Tötung, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung verurteilt. Der aus Brasilien stammende Mann habe seine ehemalige Partnerin in der Nacht auf den 12. April 2018 in der Küche bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Laut des begründeten Urteils des Luzerner Kriminalgerichts bestand für die Frau eine stark erhöhte Lebensgefahr.

Wohnungsschlüssel weggenommen und vergewaltigt

Nachdem die Frau wieder bei Bewusstsein war, rang der Mann ihr das Versprechen ab, niemandem etwas zu erzählen. Er drohte ihr und machte ihr klar, er sei fähig, sie zu töten. Nach dem Vorfall in der Küche begab sich der Mann nach eigenen Angaben ins Schlafzimmer. Dort ist es erneut zu einem Streit gekommen. Der Mann warf die Frau zu Boden. Trotz Aufforderung der Frau verliess er die Wohnung nicht. Als sie die Wohnung verlassen wollte, nahm der Mann den Wohnungsschlüssel an sich. Nach einem erneuten Handgemenge ging er ins Bett.

Wie der Mann an der Gerichtsverhandlung aussagte, wollte er sich später mit Sex mit seiner Ex-Partnerin versöhnen. Laut dem Urteil des Gerichts war diese Versöhnung jedoch eine Vergewaltigung. Die Frau habe ihrem Ex-Freund mehrfach deutlich zu verstehen gegeben, dass sie keinen Geschlechtsverkehr wollte. Der Mann gab in der Gerichtsverhandlung zu, dass sie zuerst «Nein» sagte. Danach ist es jedoch trotzdem zum Geschlechtsverkehr gekommen. Der 31-Jährige finde, wenn man sich liebe, sei es normal, dass man Geschlechtsverkehr habe, auch wenn die andere Person dies nicht möchte.

Auch die eigene Tochter verletzt

Der Verteidiger betonte an der Verhandlung, dass das Opfer den Geschlechtsverkehr über sich ergehen liess. Der Mann sagte bei den Einvernahmen auch aus, dass sie oft einvernehmlich harten Sex mit Schlägen und Würgen hatten. So auch an besagtem Abend. Später habe er jedoch die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zugegeben.

Der Mann und die Frau führten während rund zwei Jahren eine Beziehung. Auch nach dem Ende der Beziehung trafen sie sich weiter und wurden intim. Dabei stritten sie sich jedoch öfters. Der 31-Jährige wurde gegenüber der Frau auch gewalttätig. Die Polizei wurde deswegen mehrmals alarmiert. 2016 verletzte er zudem auch die gemeinsame Tochter. Daraufhin hätte er sich auf gerichtliche Anordnung nicht mehr dem Wohnort der Frau und ihrer Kinder nähern dürfen, was er aber weiterhin tat.

Beschuldigter leidet an Persönlichkeitsstörung

Der Beschuldigte leidet an einer dissozialen Persönlichkeitsstörung mit zusätzlichen psychopathischen Zügen. Im Laufe der Untersuchung wurden deswegen mehrere forensisch-psychiatrische Gutachten angefertigt. Als Jugendlicher war der Beschuldigte in mehreren Heimen und Kliniken untergebracht und ist wegen Drohung, Gewalt und Sexualdelikten mehrfach vorbestraft. Er befindet sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt.

Das Kriminalgericht verurteilte den 31-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und elf Monaten. Eine stationäre Massnahme wird unter Aufschub des Vollzugs angeordnet. Der Beschuldigte muss der Frau, die im Prozess als Privatklägerin auftrat, zudem eine Genugtuung von 14’000 Franken bezahlen und trägt die Verfahrenskosten von rund 58’000 Franken.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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