Iran: 31 Tote bei Protesten – Zugang zum Internet stark eingeschränkt 

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Iran31 Tote bei Protesten – Zugang zum Internet stark eingeschränkt 

Nachdem eine 22-Jährige in Polizeigewahrsam ums Leben kam, kommt es im Iran seit Tagen zu landesweiten Protesten. Die Regierung hat den Internetzugang massiv eingeschränkt und geht brutal gegen Demonstrierende vor.

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Bei Protesten im Iran sind laut der Organisation Iran Human Rights bereits 31 Menschen getötet worden.

Bei Protesten im Iran sind laut der Organisation Iran Human Rights bereits 31 Menschen getötet worden.

AFP
Die Regierung spricht derweil von elf Todesopfern.

Die Regierung spricht derweil von elf Todesopfern.

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Die Proteste wurden durch den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini ausgelöst. Sie wurde verhaftet, weil sie ihr Kopftuch falsch trug, und starb in Polizeigewahrsam.

Die Proteste wurden durch den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini ausgelöst. Sie wurde verhaftet, weil sie ihr Kopftuch falsch trug, und starb in Polizeigewahrsam.

AFP

Darum gehts

  • Im Iran protestieren derzeit Hunderttausende Frauen gegen strenge Glaubensgesetze.

  • Zuvor starb eine 22-Jährige, nachdem sie verhaftet worden war, weil sie ihr Kopftuch falsch getragen haben soll.

  • Obwohl bei der Niederschlagung der Proteste schon über 30 Menschen getötet worden sein sollen, gehen weiter Hunderttausende auf die Strasse.

Bei den Protesten im Iran nach dem Tod einer von der Sittenpolizei festgenommenen jungen Frau sollen nach iranischen Medienberichten bisher elf Menschen ums Leben gekommen sein, darunter auch vier Sicherheitskräfte. Wie die Nachrichtenagentur AFP mit Berufung auf humanitäre Nichtregierungsorganisationen schreibt, dürfte die Zahl der Toten sogar bereits über 31 liegen.

Regierung kappt Internet

Die Führung in Teheran reagierte auf die seit Tagen andauernden Demonstrationen mit Einschränkungen des Internets und des Zugangs zu den Online-Netzwerken Whatsapp und Instagram. «Nach einem Beschluss der Verantwortlichen» sei die Nutzung von Instagram im Iran seit Mittwochabend nicht mehr möglich, berichtete die Nachrichtenagentur Fars am Donnerstag. Auch der Zugang zu Whatsapp sei gestört.

Der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini hatte im Iran eine landesweite Welle der Empörung und Proteste ausgelöst. Die junge Frau war vor einer Woche in der Hauptstadt Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch offenbar nicht entsprechend der strikten Regeln im Iran trug. Sie brach unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache zusammen und starb drei Tage später im Krankenhaus. Laut Polizei hatte Amini einen Herzanfall. Menschenrechtsaktivisten zufolge erlitt sie einen tödlichen Schlag auf den Kopf.

Frauen schneiden Haare ab

Seitdem gab es laut iranischen Staatsmedien in etwa 15 iranischen Städten Proteste, darunter in Teheran, Isfahan und Schiras. In Videos in den Online-Netzwerken ist zu sehen, wie Demonstrantinnen teils ihre Verschleierung abnehmen und sie verbrennen oder ihr Haar vor einer jubelnden Menschenmenge abschneiden.

Der Zugang zu den Internet-Netzwerken ist nun allerdings noch schwieriger als zuvor geworden. Mit Instagram und Whatsapp sind die beiden meistbenutzten Apps im Iran blockiert, nachdem das Land in den vergangenen Jahren schon viele andere Plattformen wie Facebook, Twitter oder Telegram eingeschränkt hat. Die Internet-Verbindungen sind schon seit Beginn der Proteste deutlich verlangsamt.

Grosse Differenzen bei Opferzahlen

Wie die iranischen Nachrichtenagenturen berichteten, sind in den vergangenen sechs Protestnächten insgesamt elf Menschen ums Leben gekommen. Drei Paramilitärs seien erstochen oder erschossen worden, nachdem sie mobilisiert worden seien, «um sich den Randalierern entgegenzustellen». Zu den Todesfällen kam es demnach in Maschhad im Nordosten, in Kaswin im Zentrum des Landes und in Tabris im Nordwesten. Eine vierte Sicherheitskraft sei in der im Süden gelegenen Stadt Schiras gestorben.

In Kaswin starb demnach auch einer der Protestteilnehmer. Offizielle iranische Quellen hatten zuvor den Tod von sechs Demonstrierenden bestätigt, davon vier in Mahsa Aminis Heimatregion Kurdistan. Zwei weitere Menschen starben in Kermanschah, einer Provinz mit ebenfalls grosser kurdischer Bevölkerung. Die iranischen Behörden haben eine Verantwortung für die Todesfälle unter den Demonstrierenden zurückgewiesen. 

Mahmud Amiri Moghaddam, Direktor der Organisation Iran Human Rights (IHR) in Oslo, spricht derweil von fast doppelt so hohen Opferzahlen. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP sagte er, die Proteste könnten «vielleicht der Anfang einer grossen Veränderung» im Iran sein. «Wir verfolgen die Situation der Menschenrechte und die Demonstrationen im Iran seit 15 Jahren und ich habe die Menschen noch nie so wütend gesehen», sagte der Menschenrechtsaktivist.  

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(DPA/AFP/bho)

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