33 neue Schweizer-Gardisten vereidigt
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33 neue Schweizer-Gardisten vereidigt

In Anwesenheit von Bundespräsident Moritz Leuenberger haben 33 neue Schweizergardisten im Vatikan ihren Eid abgelegt.

Die Zeremonie bildete den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 500-jährigen Jubiläum der Schweizergarde.

20 000 Menschen nahmen an der Feier teil, die wegen des grossen Publikumsandrangs zum ersten Mal auf dem Petersplatz stattfand. Jeder Rekrut gelobte, Papst Benedikt XVI. und seinen Nachfolgern treu und mit ganzer Kraft zu dienen und für die Verteidigung des Papstes wenn nötig auch das Leben hinzugeben.

22 Rekruten legten den Eid auf deutsch ab, 9 auf französisch und 2 auf italienisch. Die neuen Gardisten sind zwischen 21 und 26 Jahre alt. Sie unterschreiben einen Arbeitsvertrag für mindestens zwei Jahre und verdienen rund 1500 Franken pro Monat.

Standhaft widerstehen

Vor der Vereidigung erwies der Kommandant der Schweizergarde, Elmar Mäder, den neuen Gardisten die Ehre: Er sei überzeugt, dass die Soldaten des Papstes «Anfechtungen aller Art standhaft widerstehen.»

Die Schweizergardisten sind für die Sicherheit des Papstes zuständig. Sie bewachen während 24 Stunden am Tag die Gebäude des Vatikans und bewältigen den Sicherheitsdienst bei öffentlichen Veranstaltungen.

Mäder erinnerte in seiner Rede auch an diese «anspruchsvolle Aufgabe». Er rief die Rekruten auf, «Egoismus, Konsumismus und Individualismus zurückzustecken». «Ihr könnt nicht einfach tun, wozu es euch drängt». Doch der Kirche zu dienen, sei alles andere als Sklavenarbeit. Es sei «vocation à la votation» für Christus.

Ausländische Truppen

Aus Anlass des Jubiläums der Schweizergarde reisten verschiedene Ehrengarden aus der ganzen Welt an die Vereidigung, zum Beispiel die Königliche Garde aus Spanien und die Ehrengarde der Artillerie aus London.

Neben Bundespräsident Leuenberger nahmen Armeechef Christophe Keckeis, der Vize-Staatssekretär des Vatikans Leonardo Sandri als Vertreter des Papstes sowie verschiedene kantonale und kirchliche Würdenträger an der Feier teil.

Die Vereidigung der Rekruten findet jedes Jahr am 6. Mai statt. An diesem Tag gedenkt die Schweizergarde ihres schlimmsten Moments, des «Sacco di Roma». Am 6. Mai im Jahr 1527 kamen mehr als drei Viertel der Gardisten während der Plünderung Roms durch Truppen von Kaiser Karl V. ums Leben - beim Versuch, Papst Clemens VII. (Medici) zu schützen.

(sda)

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