Massenentlassung Swiss – 334 Mitarbeitende erhalten per E-Mail die Kündigung

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Kündigungen334 Swiss-Mitarbeitende erfahren per Mail von ihrer Entlassung

Bei der Swiss kommt es zur Massenentlassung. Die Betroffenen des Kabinen-Personals hat die Airline schriftlich informiert. Nun folgen die Gespräche mit den Gekündigten.

von
Dominic Benz
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Die Swiss kündigt 550 Mitarbeitenden – das sind 230 weniger als Anfang Mai kommuniziert, wie die Airline am Dienstag mitteilte.

Die Swiss kündigt 550 Mitarbeitenden – das sind 230 weniger als Anfang Mai kommuniziert, wie die Airline am Dienstag mitteilte.

Tamedia/ Urs Jaudas
Unter anderem verlieren 334 Kabinen-Mitarbeitende ihren Job.

Unter anderem verlieren 334 Kabinen-Mitarbeitende ihren Job.

Swiss
Sie haben am Dienstag über den digitalen Weg von ihrer Kündigung erfahren.

Sie haben am Dienstag über den digitalen Weg von ihrer Kündigung erfahren.

Swiss

Darum gehts

  • Insgesamt 550 Stellen baut die Swiss ab.

  • Das sind 230 Kündigungen weniger als Anfang Mai kommuniziert.

  • Die Betroffenen des Kabinen-Personals wurden bereits informiert.

  • Laut CEO Dieter Vranckx braucht die Swiss keine Hilfskredite mehr.

Die Swiss spricht weitere 550 Kündigungen aus. Das sind 230 weniger als Anfang Mai angekündigt. Man habe sich in einem dreiwöchigen Konsultationsverfahren mit den Gewerkschaften auf diese Reduktion geeinigt, teilte die Airline am Dienstag mit.

Insgesamt verlieren unter anderem 334 Kabinen-Mitarbeitende ihren Job. Sie haben am Dienstag auf digitalem Weg davon erfahren. «Wir haben die Mitarbeitenden in der Kabine heute vorab per Mail informiert, ob sie betroffen sind oder nicht», sagte Personalchefin Christina Trelle an einer Telefonkonferenz mit den Medien am Nachmittag.

Schwierige Situation

Man habe dem Kabinenpersonal Sicherheit geben wollen, wie ihre Zukunft aussehen werde. Daher habe man sie am heutigen Tag vorabinformiert. In einem nächsten Schritt wird es Gespräche mit den von einer Entlassung Betroffenen geben. «Für die Mitarbeitenden ist es aktuell sicher nicht einfach, mit dieser Situation umzugehen», so Trelle weiter.

Anders ging die Swiss beim Bodenpersonal vor. Hier wurden die betroffenen Mitarbeitenden persönlich vom Vorgesetzten über ihre Kündigung informiert. Laut der Airline ist es aufgrund der Grösse des Personalbereichs nicht möglich, alle persönlich zu informieren.

Kosten müssen sinken

Die insgesamt 550 Kündigungen sind Teil eines Programms zur Kostenreduktion (siehe Box). Pro Jahr will die Swiss 500 Millionen Franken einsparen. An der Konferenz sagte Swiss-CEO Dieter Vranckx: «Wir müssen die Kostenstruktur reduzieren. Das ist wichtig, um wieder investitionsfähig zu sein und die Kredite so schnell wie möglich zurückzuzahlen.»

Piloten behalten ihren Job

Weil die Swiss mit einem nachhaltigen Nachfrage-Rückgang rechnet, restrukturiert CEO Dieter Vranckx die Airline. So soll die Flugzeug-Flotte um 15 Prozent verkleinert werden. Zudem soll die Swiss pro Jahr 500 Millionen Franken weniger ausgeben. Davon sollen 200 Millionen mit personellen Massnahmen gespart werden. Bis Ende 2021 will das Unternehmen insgesamt rund 1700 Vollzeitstellen, beziehungsweise über 20 Prozent abgebaut haben – davon zwei Drittel über freiwillige Massnahmen und durch natürliche Fluktuation.

Die Swiss spricht nun nach Einigung mit den Sozialpartnern 550 Kündigungen aus. Wie Dieter Vranckx an der Konferenz am Dienstag sagte, gehörten zu den Betroffen 156 Mitarbeitende beim Bodenpersonal, 60 bei der Technik und 334 in der Kabine. Keinen Stellenabbau gibt es bei den Pilotinnen und Piloten. Diese Jobs hat die Swiss durch Reduktion beim Pensum und Salär gesichert.

«Hälfte der Kredite bezogen»

Insgesamt hat die Airline vom Bund Kredite in der Höhe von 1,5 Milliarden Franken erhalten. Aufgebraucht ist das Geld noch nicht. «Wir haben etwas über die Hälfte der Kredite bezogen», sagt Vranckx. Doch noch verliert die Swiss jeden Monat Geld. Konkrete Zahlen will der Chef nicht nennen. «Es sind aber unter 1,5 Millionen Franken pro Tag.»

Laut Vranckx reicht das Geld nun aber, um die Swiss durch die Krise zu bringen. «Wir können nun ohne weitere Kredithilfe auch durch die schwierige Winterperiode von November bis Februar kommen.» Zuversichtlich stimmen den Chef etwa die wieder steigenden Buchungszahlen. «Wenn es gut kommt, dann haben wir im Juli und August eine Kapazität von 50 Prozent.» Wann die Swiss das Niveau wie vor der Krise erreichen wird, ist unklar. «Sicher aber erst nach 2023», so Vranckx.

Weniger Passagiere

So fliegt die Swiss unsicheren Zeiten entgegen. Wie alle Airlines hat sie mit strukturellen Veränderungen im Markt und einer geänderten Nachfrage zu kämpfen. Die Swiss rechnet insgesamt mit einem nachhaltigen Nachfrage-Rückgang um 20 Prozent. «Es wird mehr Freizeit- und weniger Geschäftsverkehr geben», so Vranckx.

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