Aktualisiert 16.12.2008 11:36

Missbrauchsrisiko334 Taser-Tote in den USA

Menschenrechts- Organisationen schlagen Alarm: Nach dem Einsatz von Elektroschockwaffen sind in den USA in den vergangenen acht Jahren 334 Menschen ums Leben gekommen. Taser bergen tödliche Gefahren.

Amnesty International kritisierte am Dienstag den Einsatz solcher sogenannten Taser bei der US-Polizei scharf und warnte vor deren tödlichen Gefahren. Daher müsse der Einsatz der Geräte ausgesetzt oder auf lebensbedrohliche Situationen beschränkt werden.

Amnesty-Rüstungsexperte Mathias John sah zudem ein hohes Missbrauchsrisiko, weil auf Knopfdruck fast ohne Spuren starke Schmerzen verursacht werden könnten.

In der Schweiz dürfen Taser bei Ausschaffungen und Transporten renitenter Personen eingesetzt werden. Auch in Deutschland können sie in mehreren Bundesländern von Spezialeinsatzkommandos eingesetzt werden. Grossbritannien baut den Einsatz dieser Waffen derzeit aus.

Was ist ein Taser?

Bei einem Taser werden ähnlich wie bei einer Pistole Elektroden an einer langen Schnur abgefeuert, die am Körper des Getroffenen haften bleiben. Über die Kabelverbindung wird dann der Strom übertragen.

Nach Darstellung von ai waren 90 Prozent der Menschen, die nach einem Taser-Einsatz in den USA starben, nicht bewaffnet und stellten keine unmittelbare Bedrohung dar. Die Opfer seien oftmals wiederholten und anhaltenden Elektroschocks ausgesetzt gewesen.

In den meisten der untersuchten 334 Todesfälle hätten auch Faktoren wie Drogen eine Rolle gespielt. Die US-Polizei habe Taser aber auch gegen Kinder, schwangere Frauen und Menschen mit Altersdemenz eingesetzt.

Situation in der Schweiz

Nachdem das Parlament der Möglichkeit zum Taser-Einsatz erst nach einem langen Hin und Her in der vergangenen Frühlingssession zugestimmt hatte, beschlossen im September die Schweizer Polizeikommandanten einstimmig die Einführung der umstrittenen Elektroschockwaffe. Von den Deutschschweizer Kantonen haben bislang ausser Luzern und Uri alle die Taser eingeführt. Luzern wird 2009 folgen. Neben der Urner Kapo ist auch die gesamte Westschweiz zurückhaltend: Dort kommen Taser nicht zum Einsatz.

Video: Ein Pole stirbt 2007, nachdem ihn die kanadische Polizei mit einem Taser niedergestreckt hat.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.