Im Vergleich zum Vorjahr: 35,5 Prozent mehr Arbeitslose
Aktualisiert

Im Vergleich zum Vorjahr35,5 Prozent mehr Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz steigt weiter: Im Vergleich zum April 2008 hat die Zahl der Arbeitslosen um mehr als ein Drittel zugenommen. Die Zahl der offenen Stellen sinkt dagegen weiter.

Die Krise schlägt auf den Arbeitsmarkt durch: Gemäss Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) vom Freitag waren Ende Monat bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) 136 709 Arbeitslose eingeschrieben, 1996 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 3,4 Prozent im März auf 3,5 Prozent im April und ist so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr.

Noch deutlicher kommt die Verschlechterung der Situation auf dem Arbeitsmarkt im Vorjahresvergleich zum Ausdruck: Gegenüber April 2008 erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 35 829. Das ist ein Plus von 35,5 Prozent.

Auch Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren waren wieder stärker von der Arbeitslosigkeit betroffen. Die Zahl junger Menschen ohne Stelle erhöhte sich um 151 auf 22 279. Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug der Anstieg 45,7 Prozent.

Insgesamt wurden 194 726 Stellensuchende registriert. Das sind 2734 mehr als im Vormonat, wie das SECO weiter mitteilte. Zum Vorjahr betrug das Plus 25,7 Prozent.

12 397 offene Stellen

Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich um 660 auf 12 397 Stellen. Das Seco veröffentlichte auch Zahlen über die Aussteuerungen und die Kurzarbeit im Monat Februar. Gemäss den Arbeitslosenversicherungskassen belief sich die Zahl der Menschen, die ihre Rechte auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats Februar ausgeschöpft haben, auf 1512.

Auch bei der Kurzarbeit kommt die Krise deutlich zum Ausdruck. Im Februar - aktuellere Zahlen liegen nicht vor - waren 29 208 Personen von Kurzarbeit betroffen. Das sind 13 125 Personen oder 81,6 Prozent mehr als im Februar.

Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 661 auf 1505 (+78,3 Prozent). Vor einem Jahr waren gerade einmal 611 Personen in 87 Betrieben von Kurzarbeit betroffen.

Auswirkungen der Rezession

«Die Rezession wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus», sagte Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Besonders spürbar sei diese in der Industrie und bei den Banken.

Üblicherweise bringt der April eher eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt, wenn vorab auf dem Bau wieder mehr gearbeitet wird. Dies ist auch dieses Jahr der Fall, statt sinkender Arbeitslosenzahlen vermochte dieser saisonale Effekt aber lediglich den weiteren Anstieg etwas zu dämpfen.

Weiterer starker Anstieg

Gaillard erwartet, dass die Arbeitslosigkeit bis im Sommer nur wenig, im zweiten Halbjahr aber stark ansteigen werde. Im Durchschnitt erwartet das SECO eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent für dieses Jahr und rechnet für 2010 mit einer Quote von 5,2 Prozent. Der bisherige Verlauf «bestätigt unsere Befürchtungen und Prognosen», so Gaillard.

(Quelle: SDA/AP)

Deine Meinung