Aktualisiert 30.03.2013 06:43

Zu gute Noten

35 Lehrer in Betrugsskandal verwickelt

Drei Dutzend Lehrpersonen sind in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia angeklagt worden, weil sie Prüfungsergebnisse gefälscht hätten, um an staatliche Gelder zu kommen.

von
bem
Beverly Hall, Ex-CEO der öffentlichen Schulen von Atlanta, 2009, als sie «Superintendent of the Year» wurde.

Beverly Hall, Ex-CEO der öffentlichen Schulen von Atlanta, 2009, als sie «Superintendent of the Year» wurde.

Im Mittelpunkt des Skandals steht die ehemalige Managerin des Schulbezirks Atlanta. Ex-Superintendent Beverly Hall wird Schwindel, falsches Zeugnis und Diebstahl vorgeworfen. Neben ihr werden 34 weitere Lehrer, Rektoren, stellvertretende Rektoren, Schulverwalter, Prüfungskoordinatoren und so weiter der Mittäterschaft beschuldigt.

Sie alle sollen gemäss der Nachrichtenagentur Associated Press mitgeholfen haben, das bundesstaatliche Förderprogramm zu melken, das unter dem Titel «Kein Kind bleibt zurück» Schulen mit einem hohen Anteil an guten Schülern mit zusätzlichen Bundesgeldern belohnt. Diese Mittel können für Verbesserungen im Unterricht, aber auch für Boni für das Lehrpersonal eingesetzt werden. Und auch Beverly Halls Boni hingen unter anderem von den Leistungen der Schüler an den öffentlichen Schulen von Atlanta ab.

Erfolg dank guter Schüler

Um gute Schüler präsentieren zu können, hätten die beteiligten Lehrpersonen falsche Antworten in den dafür massgebenden Prüfungen nachträglich korrigiert oder Schülern die richtige Antwort vorgegeben.

Ohne Beverly Hall – die 2009 wegen der guten Prüfungsresultate der Schüler von Atlanta «Superintendent of the Year» der amerikanischen Schulverwalter wurde – wäre dieser gross angelegte Betrug nicht möglich gewesen, sagte der zuständige Staatsanwalt Paul Howard an einer Pressekonferenz vom Freitag. Hall selbst hat immer gesagt, von diesem Betrug nichts gewusst zu haben.

Ans Licht kam er bereits 2011, als eine Untersuchung fast 180 Lehrpersonen identifizierte, die an 44 Schulen von Atlanta Prüfungsergebnisse gefälscht hatten. Die daraus folgende Untersuchung gegen Beverly Hall und die anderen 34 Angeklagten wegen einer Verschwörung zum Erschleichen von Geldern dauerte 21 Monate. Die Untersuchungsbehörden interviewten an rund 50 Schulen Hunderte von Lehrern, Schulverwaltern, Eltern und Schülern.

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