22.09.2020 10:04

Allschwil BLKita-Betreuer wegen sexuellen Handlungen mit Kindern angeklagt

Am 6. Dezember 2019 wurde ein Kita-Betreuer wegen mutmasslichen sexuellen Handlungen mit Kindern verhaftet. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 36-Jährigen erhoben.

von
Sven Forster, Oliver Braams
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Einem ehemaligen Kita-Betreuer werden mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern zur Last gelegt. 

Einem ehemaligen Kita-Betreuer werden mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern zur Last gelegt.

Leser-Reporter
Der Deutsche arbeitete in einer Kinderkrippe in Allschwil BL. Am 6. Dezember 2019 wurde der Mann verhaftet. 

Der Deutsche arbeitete in einer Kinderkrippe in Allschwil BL. Am 6. Dezember 2019 wurde der Mann verhaftet.

Leser-Reporter
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte während seiner Tätigkeit in einer Kinderkrippe in Allschwil mutmasslich mehrfach sexuelle Handlungen an Kindern vorgenommen hatte

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte während seiner Tätigkeit in einer Kinderkrippe in Allschwil mutmasslich mehrfach sexuelle Handlungen an Kindern vorgenommen hatte

20 Minuten 

Darum gehts

  • Ein 36-Jähriger wird von der Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Handlungen mit Kindern angeklagt.
  • Der Mann arbeitete in einer Kita.
  • Am 6. Dezember wurde er verhaftet, nachdem eine Betreuerin ihn bei einer «Grenzüberschreitung im sexuellen Bereich» beobachtet hatte.
  • Die Kita-Betreiberin reagiert mit einer Fachstelle zur Prävention von sexueller Gewalt.

Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hat die Strafuntersuchung gegen einen 36-jährigen ehemaligen Angestellten einer Kinderkrippe in Allschwil BL abgeschlossen. Wie es in einer Mitteilung heisst, hat die Staatsanwaltschaft, gestützt auf die Untersuchungsergebnisse, gegen den Mann Anklage beim Strafgericht Basel-Landschaft erhoben.

Dem Mann werden mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern, mehrfache Schändung, mehrfache Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und mehrfache Pornografie vorgeworfen. Man geht davon aus, dass der Beschuldigte während seiner Tätigkeit in einer Kinderkrippe in Allschwil mutmasslich mehrfach sexuelle Handlungen an Kindern vorgenommen hatte und diese Widerhandlungen mutmasslich teilweise auch fotografisch zur eigenen Verwendung festhielt.

Am 6. Dezember 2019 wurde ein damals 35-jähriger Mitarbeiter der Globegarden Kindertagesstätte Steinbühlallee in Allschwil in Untersuchungshaft genommen. Am selben Tag hatte eine Betreuerin den Deutschen bei einer «Grenzüberschreitung im sexuellen Bereich» beobachtet und flugs die Polizei alarmiert, die den Mann sofort in Gewahrsam nahm.

Beschuldigter in Haft

Bei der Einstellung in die Kita war der Leumund des Angeklagten einwandfrei. Globegarden holte einen Sonderprivatauszug des Schweizer Strafregisters ein und prüfte nach eigenen Angaben seine Referenzen. Globegarden-Chefin Christina Mair sagte im Dezember 2019 gegenüber 20 Minuten: «Es gab zum damaligen Zeitpunkt keine Hinweise, die gegen eine Anstellung des Beschuldigten gesprochen hätten», sagt Mair. Trotz dieser und vieler weiterer Massnahmen zur Prävention von sexuellen Übergriffen in den Kitas gäbe es leider keine hundertprozentige Sicherheit.

Der Beschuldigte befindet sich in Haft. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes macht die Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben zur beschuldigten Person.

Fachstelle zur Prävention eingerichtet

Die Mitteilung der Baselbieter Staatsanwaltschaft habe bei ihr und der Belegschaft von Globegarden erneut grosse Betroffenheit ausgelöst, sagt Christina Mair auf Anfrage von 20 Minuten. «Der Schutz und die Sicherheit aller Kinder haben für uns oberste Priorität. Bei Grenzverletzungen gilt Nulltoleranz.»

Der Beschuldigte sei noch am selben Tag fristlos entlassen worden. «Kindern, Eltern und Mitarbeitenden stellten wir sofort eine pädagogische Fachberaterin und einen Notfallpsychologen zur Seite», sagt sie.

Was Globegarden zusätzlich zum Verhaltenskodex, den alle Mitarbeitende unterzeichnen müssen, unternommen hat, um präventiv gegen sexuelle Gewalt an Kindern vorzugehen: «Als zusätzliche Massnahme wurde kürzlich eine unternehmensweite Fachleitung zur Prävention von sexueller Gewalt geschaffen.» Dort können sich Eltern oder Mitarbeitende melden, wenn sie über das Thema sprechen oder einen Verdacht melden wollen, so Mair.

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