Hells Angels vs. Outlaws: 36 Rocker nach Bandenkrieg verurteilt
Aktualisiert

Hells Angels vs. Outlaws36 Rocker nach Bandenkrieg verurteilt

Weil sich die Outlaws im Aargau niederlassen wollten, wurden sie von rund 100 Hells Angels und anderen Rockern angegriffen. Jetzt wurden 36 Personen verurteilt.

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sda/hal

Sie selbst behaupten zwar immer, es gebe keinen Rockerkrieg. Doch was sich 2010 in Ehrendingen AG abspielte, war definitiv kein kleiner Streit: Rund 100 Mitglieder der Hells Angels und anderer Motorradclubs gingen am 12. Juni auf die Outlaws los. Sie verwüsteten deren Clubhaus, demolierten ihre Fahrzeuge und verletzten mehrere der Konkurrenten.

Bewaffnet waren die Rocker mit Werkzeugstielen, Dachlatten und Schlagstöcken. Zudem fielen bei der Massenschlägerei Schüsse. Hintergrund der Schlägerei war höchstwahrscheinlich ein Kampf um die Vormachtstellung: Die Outlaws hatten kurz zuvor in Ehrendingen einen Schweizer Ableger gegründet.

Drei Schweizer wurden nach der Schlägerei in U-Haft gesetzt. Jetzt, nach drei Jahren, hat die Staatsanwaltschaft Baden gegen 36 Rocker Strafbefehle erlassen. Sie wurden wegen Landfriedensbruchs und teilweise wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz zu bedingten Geldstrafen von 10 bis zu 40 Tagessätzen sowie Bussen zwischen 300 bis 1500 Franken verurteilt.

Kampf um Vorherrschaft geht weiter

Gegen 14 weitere Beschuldigte stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs ein. Gegen zwei weitere Personen erfolgte eine Teileinstellung wegen Gefährdung des Lebens. Mehrere Personen haben Einsprache gegen die Strafbefehle erhoben. Das Bezirksgericht Baden muss diese Fälle beraten.

Der Kampf zwischen den Hells Angels, Outlaws und anderen Motorradclubs im Aargau geht seit der Massenschlägerei in Ehrendingen weiter: 2011 kam es zu einer Schlägerei in Baden mit acht Verletzten. Und im Juli 2013 musste ein Mitglied der Black Jackets nach einer Prügelei in Oftringen ins Spital.

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