10.09.2020 03:00

36 Stunden in Kopenhagen

Dänemarks Hauptstadt ist entspannt und voller Kreativität. Kommt mit auf ein erlebnisreiches Wochenende.

von
Martin Hoch
10.9.2020

17 Uhr – Check-in Villa Copenhagen

Ein Kunststück, das zum Verweilen einlädt: die Lobbylounge. Der Innenhof des ehemaligen Postgebäudes wurde überdacht und ist mit seinen ausgewählten Möbeln und Kunstwerken das Herzstück des Hotels.
Lobbylounge

Ein Kunststück, das zum Verweilen einlädt: die Lobbylounge. Der Innenhof des ehemaligen Postgebäudes wurde überdacht und ist mit seinen ausgewählten Möbeln und Kunstwerken das Herzstück des Hotels.

Villa Copenhagen, Stine Christiansen
Hier mixen Barkeeper abends ihre Drinks – speziell am Wochenende ist die Lobbylounge mit Bar ein angesagter Treffpunkt, der auch die einheimischen Stadtbewohner anzieht.
Bar Lobbylounge

Hier mixen Barkeeper abends ihre Drinks – speziell am Wochenende ist die Lobbylounge mit Bar ein angesagter Treffpunkt, der auch die einheimischen Stadtbewohner anzieht.

Villa Copenhagen, Stine Christiansen
Die Zimmer sind – man erwartet es hier in Kopenhagen auch nicht anders – mit viel Geschmack eingerichtet.
Stilvolle Zimmer

Die Zimmer sind – man erwartet es hier in Kopenhagen auch nicht anders – mit viel Geschmack eingerichtet.

Villa Copenhagen

Einst diente das Gebäude als Postgebäude, seit diesem Sommer residiert hier das Hotel Villa Copenhagen. Es vereint, wofür Kopenhagen steht: Design, Eleganz und unverkrampfte Verspieltheit. Das Hotel verfügt über 390 Zimmer – eine Menge, gerade in Zeiten von Corona. Es eröffnete in einem Moment, in dem Städte nicht die touristischen Überflieger waren. Und doch ist das Hotel gut frequentiert – was für das Konzept spricht. Speziell abends, wenn in der Lobby ein DJ auflegt und die Drinks süffig die Kehlen runterfliessen.

18 Uhr – Auf ein Bier bei Mikkeller

Das Bier von Mikkeller gehört zu Kopenhagen, wie der Schaum zum Cappuccino.
Bierbrauerei und Bar

Das Bier von Mikkeller gehört zu Kopenhagen, wie der Schaum zum Cappuccino.

Nico Schaerer, nuvu.ch

Das Bier aus Kopenhagen hat die letzten Jahre die Welt erobert. Inzwischen finden sich Mikkeller-Bars von Madrid bis Tokio und von Berlin bis San Diego. Die Mikkeller-Bar im Industriegebiet Refshaleoen liegt direkt am Wasser und ist abends ein ungezwungener Ort für ein Bier bei Sonnenuntergang.

Anreise: Direktflüge mit Swiss ab Zürich. Länger dauert die Anreise per Zug – ist aber auch möglich: Basel – Hamburg – Kopenhagen (Ab: 9.01 Uhr, An: 21.33 Uhr).

Trinkgelder: Trinkgelder sind in Dänemark unüblich. Trotzdem freut sich das Personal, wenn guter Service mit einem kleinen Betrag honoriert wird.

Mobilität: Die praktischste Art der Fortbewegung ist das Fahrrad oder für grössere Stadttouren ein E-Bike. Eine Tagesmiete kostet ab 90 Dänischen Kronen. copenhagenbicycles.dk

Mwst: Dänische Produkte enthalten 25% MwSt. Touristen aus Nicht-EU-Ländern können diese ab einem Einkauf von DKK 300, zusammen mit einem gültigen Rückerstattungsformular, am Flughafen zurückfordern. Wobei anzumerken ist, dass man früh am Flughafen sein muss, die Zollbehörde arbeitet äusserst langsam.

19 Uhr – Restaurant Amass: Kalifornien trifft Skandinavien

Reduzierte Einrichtung, mit viel Leidenschaft gekochte Gerichte.
Restaurant Amass

Reduzierte Einrichtung, mit viel Leidenschaft gekochte Gerichte.

Nico Schaerer, nuvu.ch

Matt Orlando brachte die Vibes aus seiner Heimat Kalifornien nach Kopenhagen. Sein Gourmetrestaurant, das Amass, befindet sich mitten im Industriequartier, gespeist wird in einer Halle mit Graffitis an den Wänden und einem Lagerfeuer im Garten. Er setzt auf lokale Produkte, bezieht beispielsweise die Gänse von einem Jäger, der in der Wildnis Dänemarks auf der Lauer liegt. Und man sollte sich nicht wundern, wenn der Chef persönlich das Essen auftischt – ja, das Restaurant lebt von der Persönlichkeit Orlandos.

22 Uhr – Auf einen Drink ins Ruby

Zählt zu den besten Bars der Stadt.
Ruby Bar

Zählt zu den besten Bars der Stadt.

Nico Schaerer, nuvu.ch

Man muss wissen, dass sich hier eine Bar befindet. Kein Schild weist am Gebäude der Nybrogade 10 den Weg zum Eingang. Doch in Kopenhagen kennt man das Ruby. Die Bar ist eine Institution, gilt als Perle der Kopenhager Cocktailbars. 1740 als das Gebäude erbaut wurde, war die Gegend voller Spelunken. Hier verkehrten Landarbeiter und Fischer. Heute steht die Bar für erstklassige Cocktails, Bohème Einrichtung und eine entspannte Atmosphäre.

9 Uhr – Ein literarischer Kaffee

In der Innenstadt gelegen ein atmosphärischer Ort für ein Frühstück oder auch für einen Kaffee tagsüber.
Paludan Bogcafé

In der Innenstadt gelegen ein atmosphärischer Ort für ein Frühstück oder auch für einen Kaffee tagsüber.

Nico Schaerer, nuvu.ch

In Zeiten der Digitalisierung ein seltener Anblick: Die Wände des Paludan Bogcafé bestehen beinahe ausnahmslos aus Bücherregalen. Das Café ist ein Ort, der zum Verweilen einlädt. Ein Ort, um einen skandinavischen Krimi zu lesen, einen Kaffee zu trinken oder im dazugehörigen Antiquariat nach Trouvaillen zu suchen.

10 Uhr – Shoppingmarathon

Einrichtungsgegenstände sind in Kopenhagen leicht zu finden – die Dänen sind richtiggehend vernarrt in schöne Dinge.
Designstücke

Einrichtungsgegenstände sind in Kopenhagen leicht zu finden – die Dänen sind richtiggehend vernarrt in schöne Dinge.

Nico Schaerer, nuvu.ch
Der in einer historischen Apotheke einquartierte Shop verkauft genauso Küchen wie Kugelschreiberhalter, Kunstwerke oder auch Teller.
Frama Shop

Der in einer historischen Apotheke einquartierte Shop verkauft genauso Küchen wie Kugelschreiberhalter, Kunstwerke oder auch Teller.

Nico Schaerer, nuvu.ch
Einst arbeitete er in der IT Branche, war hier Kunde. Nun ist Bernhard Tommerup der Inhaber des zweitältesten Hutladens der Welt. Sein Motto: «Ich liebe es guten Service anzubieten.»
Hutshop F. Petitgas Eftf.

Einst arbeitete er in der IT Branche, war hier Kunde. Nun ist Bernhard Tommerup der Inhaber des zweitältesten Hutladens der Welt. Sein Motto: «Ich liebe es guten Service anzubieten.»

Nico Schaerer, nuvu.ch

Kopenhagen lässt in Punkto Shopping wenig Wünsche offen. Vor allem wer auf der Suche nach Einrichtungs- und Designgegenständen ist, wird hier den Himmel auf Erden vorfinden. Ein guter Startpunkt für einen Shoppingmarathon ist die Fussgängerzone Strøget in der Innenstadt.

13 Uhr – Mittagessen im Atelier September

Simples, aber charmantes Konzept. Hier fühlt man sich wohl.
Atelier September

Simples, aber charmantes Konzept. Hier fühlt man sich wohl.

Nico Schaerer, nuvu.ch

Im Atelier September trifft nordische Kühle auf französischen Charme und die Küche schaut aus wie früher bei Grossmutter Zuhause. Serviert wird frische, saisonale vegetarische Kost.

14 Uhr – Dänisches Design erkunden

Das Museum setzt sich mit dem Design Dänemarks auseinander.
Designmuseum Danmark

Das Museum setzt sich mit dem Design Dänemarks auseinander.

Nico Schaerer, nuvu.ch

Es gibt wenige Orte an denen wir mehr Zeit verbringen als auf ihm: dem Stuhl. Ihm widmet das Designmuseum Danmark eine permanente Ausstellung. Und wer etwas auf Design hält, sollte nicht sitzen bleiben, sondern hierherkommen und sich «THE DANISH CHAIR - An International Affair» anschauen. Die Designklassiker reihen sich an diesem Mekka für Ästheten aneinander - von Hans J. Wegners Wishbone Chair bis zu Arne Jacobsens Modell 3103 sind hier alle prominenten der Designgeschichte präsent. Das Museum widmet sich aber auch sonst der dänischen Designgeschichte – nicht nur bei Regen besuchenswert.

20 Uhr – Essen frisch vom Dach

Ein Restaurant mit Garten auf einem Dach in Kopenhagen
Restaurant Gro Spiseri

Ein Restaurant mit Garten auf einem Dach in Kopenhagen

Gro Spiseri

Das Restaurant Gro Spiseri begeistert mit seinem Konzept, noch wichtiger: mit seinem Essen. Schlicht grossartig. Verkocht wird was auf dem Gemüsegarten des Dachs und in umliegenden Bauernhöfen wächst. Gegessen wird in einem Gewächshaus an einem langen Tisch. Und nein, hier kommen nicht nur Vegetarier auf ihre Kosten. Auch regionales Fleisch wird aufgetischt. Und Eier von den Hühnern, die ebenfalls hier oben auf dem Dach leben. Frühzeitig reservieren ist ein «Must».

23 Uhr – Am Ende des Tages heisst’s: Duck and Cover!

Bekannt für gute Drinks: die Bar liegt im Untergeschoss und kommt ziemlich wohnlich daher.
Duck and Cover

Bekannt für gute Drinks: die Bar liegt im Untergeschoss und kommt ziemlich wohnlich daher.

Nico Schaerer, nuvu.ch

«Duck and Cover» heisst im militärischen Jargon soviel wie Schutz suchen. Es passt zu dieser im Untergeschoss liegenden Cocktailbar. Die saisonal wechselnde Cocktailkarte, das Interieur aus den 1950-er- und 1960-er Jahren und das gedimmte Licht sorgen für eine intime Atmosphäre. Ja, der Ort bietet effektiven Schutz vor dem Alltag.

10 Uhr – den Süden entdecken

Die Unterwasserwelt entdecken: für Kinder und Erwachsene ein interessanter Ort.
Den Blå Planet

Die Unterwasserwelt entdecken: für Kinder und Erwachsene ein interessanter Ort.

Nico Schaerer, nuvu.ch

Ein Kurzausflug aus der Stadt. Am besten mit dem Fahrrad. Der Küste entlang gehts, vorbei am Amager Strandbad und dem Kastrup Søbad, die im Sommer zum Baden einladen, zu Kopenhagens spektakulärem Aquarium. Das preisgekrönte Gebäude des Den Blå Planet, gebaut vom Kopenhager Architekturbüro 3XN, ist einem Wasserstrudel nachempfunden und zieht einen optisch in eine Welt künstlicher Ozeane. Hier schwimmen tausende von Wasserlebewesen, mitunter Hammerhaie, riesige Stachelrochen, aber auch Seepferdchen.

Im Süden der Stand bieten sich mehrere Sandstrände und dieses faszinierende Holzbadehaus für ein Bad im Meer an.
Kastrup Søbad

Im Süden der Stand bieten sich mehrere Sandstrände und dieses faszinierende Holzbadehaus für ein Bad im Meer an.

Nico Schaerer, nuvu.ch

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2 Kommentare
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Hannah

10.09.2020, 06:58

Ein Wochenende und wo bleibt der Umweltgedanke???? Eine Stadt zu sehen und zu erleben dauert sicher länger als 36 Stunden .....

Der Däne

10.09.2020, 06:45

letztendlich verbringt man 36 Stunden mit Essen, Trinken und Baden. Kopenhagen hat einiges mehr zu bieten als diese überteuerten Hipster-Hotspots