Aktualisiert 30.03.2014 05:58

Menschenschmuggel370 Kinder in Mexiko ausgesetzt

In der letzten Woche griffen mexikanische Behörden Hunderte erschöpfte und verletzte Minderjährige auf. Schleppern liessen die Migrantenkinder auf dem Weg in die USA alleine.

Auf der Flucht in ein besseres Leben verschwunden – diese lateinamerikanisch Mutter nimmt in Mexiko an einer Gedenkzeremonie für vermisste Migrantenkinder teil (Archivbild).

Auf der Flucht in ein besseres Leben verschwunden – diese lateinamerikanisch Mutter nimmt in Mexiko an einer Gedenkzeremonie für vermisste Migrantenkinder teil (Archivbild).

Die mexikanischen Behörden haben innerhalb einer Woche 370 von Menschenschmugglern ausgesetzte Kinder aufgegriffen. Sie stammten überwiegend aus Lateinamerika und hätten von den Kriminellen eigentlich in die USA gebracht werden sollen, teilte das Nationale Migrationsinstitut am Samstag mit.

Die Kinder und Jugendlichen seien in 14 mexikanischen Staaten aufgegriffen worden. Das jüngste sei gerade neun Jahre alt gewesen. 163 von ihnen seien allein unterwegs gewesen. Viele seien extrem erschöpft und dehydriert gewesen, hätten Fussverletzungen von den langen Märschen gehabt und seien orientierungslos durch unbekannte und häufig gefährliche Gegenden geirrt.

Eltern bereits in der USA

Oft lebe mindestens ein Elternteil bereits in den USA und versuche, seine Kinder nachzuholen. Den Angaben zufolge steckten die Schmuggler zwischen 3000 und 5000 Dollar (rund 2700 bis 4400 Franken) ein, um die Kinder in die USA zu bringen – was sie dann aber nicht taten.

«Jeden Tag machen sich immer mehr Minderjährige auf den Weg», sagt der Geistliche Heyman Vazquez, der ein Flüchtlingsheim in Huixtla im Staat Chiapas leitet. «Manchmal sind es ganze Familien mit Babys, aber oft auch Kinder ab sechs Jahre, die von anderen Kindern begleitet werden, die kaum älter sind.» (sda)

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