Kambodscha: 378 Tote bei Massenpanik
Aktualisiert

Kambodscha378 Tote bei Massenpanik

Drama in Kambodscha: Bei einer Massenpanik während des traditionellen Wasserfestes in der Hauptstadt Phnom Penh sind 378 Menschen ums Leben gekommen. Viele wurden totgetrampelt, andere stürzten in einen Fluss und ertranken.

Bei den meisten Opfern handelt es sich um junge Leute. Sie wollten nach einem Konzert zum traditionellen Wasser-Fest in der Hauptstadt Kambodschas eine Brücke überqueren, hiess es.

Das Unglück ereignete sich gegen 21.30 Uhr Ortszeit (15.30 Uhr MEZ). Ein Augenzeuge sagte, zum Zeitpunkt des Unglücks seien mehr als 1000 Menschen auf der Fluss-Brücke gewesen - wohl auf dem Heimweg von der «Diamanteninsel».

Keine Ausweichmöglichkeit

Plötzlich fiel nach seinen Worten eine Person in Ohnmacht. Dann seien Sanitäter herbeigeeilt, berichtete der Augenzeuge namens Ly Vuthy. Auf der Brücke habe es keine Ausweichmöglichkeit gegeben, so dass es zur Panik gekommen sei.

Der Tumult wurde verstärkt, weil sich die auf einer Insel versammelte Menge in Richtung einer Brücke zwängte, und viele verzweifelt in den Fluss sprangen und teilweise ertranken.

Die Verletzten wurden in fünf Spitäler der Stadt gebracht. Freiwillige Helfer und Sicherheitskräfte trugen die Leichen zusammen und reihten sie auf der Strasse auf. Gegen Mitternacht war die Brücke geräumt. Einsatzkräfte suchten aber weiter nach möglichen Opfern im Fluss.

Künftig Trauertag

Regierungschef Hun Sen kündigte am Dienstagmorgen (Ortszeit) an, ein Untersuchungsausschuss solle die Ursachen der Katastrophe klären.

Er bezeichnete die Massenpanik als «die grösste Tragödie» in dem südostasiatischen Land seit dem Ende der Gewaltherrschaft der Roten Khmer. Er erklärte den Donnerstag zum nationalen Trauertag.

Zu dem Fest zum Ende der Monsunzeit rechneten die Behörden mit bis zu vier Millionen Menschen in der Hauptstadt - das sind doppelt so viele wie die Einwohnerzahl von Phnom Penh. Künftig werde der 22. November als Trauertag begangen, sagte Hun Sen. (sda)

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