Aktualisiert 15.06.2011 19:38

Mitreisende schauten zu

39-Jähriger in Zug beraubt

Auf dem Heimweg wurde ein Mann am Mittwoch gegen 1 Uhr im Zug von einem Verfolger ausgeraubt. Andere Fahrgäste sahen tatenlos zu.

von
Denise Dollinger

«Gimmer di Gäld und s'Handy, suscht passiert öbbis»: Mit diesen Worten zwang der Unbekannte den 39-jährigen Marc P.* im Regionalzug von Olten nach Basel zur Herausgabe von 100 Franken und des Handys. Der Fremde hatte Marc P. schon am Bahnhof Olten angesprochen und verfolgt. «Der Mann roch nach Alkohol und hatte ein Bier in der Hand», so das Opfer. «Ich sagte ihm, er solle mich in Ruhe lassen.»

Als er in den Zug stieg, folgte ihm der muskulöse Mann erneut und setzte sich zu ihm. Marc wechselte den Platz – der andere auch. «Als ich in der Nähe von Passagieren war, bat ich ihn erneut, mich in Ruhe zu lassen», so P. Zwischen Olten und Tecknau forderte der Täter, der braune, mittellange Haare und einem Schnauz trug, Geld und Handy. P. befürchtete, dass sein Gegenüber ein Messer oder eine Spritze in der Jackentasche haben könnte, und händigte ihm beides aus. Er entfernte nur noch die SIM-Karte. «Keiner der anderen sechs Passagiere reagierte», so P. Schliesslich stieg er in Pratteln aus dem Zug – auch der Täter stieg dort aus.

Laut dem Baselbieter Polizeisprecher Meinrad Stöcklin hat sich P. richtig verhalten: «Es lohnt sich, in solchen Fällen nicht auf Konfrontation zu gehen.»

*Name geändert

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