Aktualisiert 15.12.2010 15:18

Terrorismus39 Menschen bei Anschlag im Iran getötet

Zwei Attentäter haben sich vor einer Moschee im Südosten Irans in die Luft gesprengt und dutzende Gläubige, die sich zum zum Aschura-Fest versammelt hatten, in den Tod gerissen.

Die Spuren des Anschlags vor der Moschee in Tschahbahar sind deutlich zu sehen.

Die Spuren des Anschlags vor der Moschee in Tschahbahar sind deutlich zu sehen.

Der Selbstmordanschlag ereignete sich am Mittwoch vor einer Moschee in der Hafenstadt Tschahbahar nahe der pakistanischen Grenze, meldete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf den Abgeordneten Mohammed Jaghub Jedschgal. Bisher wurden 39 Tote gezählt. 50 weitere Menschen seien bei dem Attentat verletzt worden, teilte der Rote Halbmond mit. Sicherheitskräfte hätten auf einen der Attentäter geschossen, doch er habe die Bombe noch zünden können, berichtete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf Innenminister Ali Abdollahi. Ein dritter Angreifer sei festgenommen worden.

Einer der Attentäter habe einen Sprengsatz vor der Imam-Hussein-Moschee gezündet, ein anderer habe sich inmitten einer Gruppe von Gläubigen in die Luft gesprengt, berichtete das iranische Fernsehen. Die Menschen hatten sich am Morgen zum Aschura-Fest versammelt. Mit dem Fest wird des Todes des Mohammed-Enkels Hussein im 7. Jahrhundert gedacht, einem der am höchsten verehrten Heiligen des schiitischen Islams.

«Soldaten Gottes» bekennen sich zu Anschlag

Die sunnitische Widerstandsgruppe Dschundallah (Soldaten Gottes) bekannte sich zu der Tat. Der Anschlag sei als Rache für die Hinrichtung des früheren Anführers der Gruppe, Abdolmalek Rigi, und anderer Rebellen zu verstehen, hiess es auf der Internetseite, auf der auch Fotos der beiden angeblichen Selbstmordattentäter veröffentlicht wurden.

Der ehemalige Dschundallah-Chef Rigi war im Februar bei einer Aufsehen erregenden Flugzeugentführung gefasst worden. Iranische Agenten hatten sein Flugzeug auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Kirgistan in den Iran umgeleitet. Rigi wurde darauf im Iran gehängt.

Bereits im Juli hatte sich die Rebellengruppe mit einem Anschlag in derselben Provinz Sistan-Belutschistan mit mindestens 28 Menschen am Tod ihres Anführers gerächt. Auch damals griffen die Selbstmordattentäter schiitische Gläubige während eines religiösen Feiertags an. Dschundallah wirft der schiitischen Mehrheit im Iran vor, die sunnitische Minderheit zu diskriminieren.

Den bisher blutigsten Anschlag verübte Dschundallah im Oktober 2009 auf ein Treffen von Mitgliedern der Revolutionsgarden mit schiitischen und sunnitischen Stammesführern. Dabei kamen 42 Menschen ums Leben, darunter 15 Angehörige der Revolutionsgarden.

(dapd)

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