Stressverursacher im Alltag und wie du besser damit umgehst

Mikroübergänge: Diese Art von Situationen treten häufig auf, wenn der Übergang von der Ruhe des Tages zu etwas Beunruhigendem erfolgt – wie zum Beispiel ein Anruf, der dich belastet. 

Mikroübergänge: Diese Art von Situationen treten häufig auf, wenn der Übergang von der Ruhe des Tages zu etwas Beunruhigendem erfolgt – wie zum Beispiel ein Anruf, der dich belastet. 

Pexels/Polina Tankilevitch
Publiziert

Psychologie4 Alltagssituationen, die dich unbewusst stressen – und was hilft

Bestimmte Punkte im Tagesablauf können Stress auslösen, ohne dass du es merkst. Wir verraten, wie du sie erkennst und besser damit umgehst. 

von
Geraldine Bidermann

Grosse Veränderungen im Leben wie eine Entlassung, eine schlimme Diagnose oder ein neugeborenes Baby verursachen natürlich jede Menge Stress, Ängste und Sorgen. Aber es gibt auch kleine Veränderungen im Leben, die oft übersehen werden, wenn es um Ängste geht.

Zum heutigen Mental Health Day wollen wir dir zeigen, wie du ein Bewusstsein für stressige Situationen schaffst – und mit ein wenig Übung Distanz zu ihnen gewinnst. 

Zum heutigen Mental Health Day wollen wir dir zeigen, wie du ein Bewusstsein für stressige Situationen schaffst – und mit ein wenig Übung Distanz zu ihnen gewinnst. 

Pexels 7 Kevin Malik

Vielleicht hast du Angst, abends schlecht zu träumen oder die morgendliche Hektik macht dir zu schaffen. Das sind sogenannte Mikroübergänge, die Fachleute als kleinere Momente definieren, in denen etwas zu Ende geht und ein anderes Ereignis beginnt. Das können kleine Momente im Tag sein, wie die bereits erwähnte Schlafenszeit, oder auch das Ende von Ferien. Hier sind einige dieser Mikroübergänge, auf die du achten solltest und Tipps, um sie ruhiger zu überstehen.

Der Einbruch der Nacht

Dunkle Gedanken zeigen nachts gerne ihr hässliches Gesicht. Es gibt einige Theorien darüber, warum das geschieht. Forschende machen dafür unser höhlenmenschliches Gehirn verantwortlich, das zu Zeiten der Jäger und Sammler vor dem Schlafengehen nach Gefahren suchte. Kleine und grosse Sorgen erscheinen zudem nachts um vier Uhr noch schlimmer, weil der Körper im Ruhezustand ist. Für diesen Zustand ist unter anderem das Hormon Melatonin verantwortlich, das der Körper während dieser Zeit verstärkt ausschüttet. Sind wir in dieser Zeit allerdings wach, sinkt infolge erhöhter Melatoninkonzentration die Laune – und damit auch die Zuversicht, Probleme lösen zu können.

Manchmal bahnt sich die Nacht wie ein drohendes Gewitter an. 

Manchmal bahnt sich die Nacht wie ein drohendes Gewitter an. 

Pexels / Renan Cajali

Das Ende eines schönen Events

Vielleicht hast du dich wochenlang auf bevorstehende Ferien mit der Familie vorbereitet und gefreut. Kaum sind die ersten Tage am neuen Ort vorbei, denkst du permanent daran, dass der Trip schon bald zu Ende geht. 

Wie kann es sein, dass die lang geplanten Ferien bald schon wieder Vergangenheit sind?

Wie kann es sein, dass die lang geplanten Ferien bald schon wieder Vergangenheit sind?

Pexels / Alex Azabache

Das kann daran liegen, dass du eine super Zeit hattest und nicht willst, dass sie vorbei geht. Oder umgekehrt zu hohe Erwartungen hattest, die nicht erfüllt wurden. Das führt zu einem Gefühl der Enttäuschung und löst Angespanntheit, Gereiztheit oder auch Ängste aus. 

Die Präsenz von gewissen Menschen

Du bist eben noch konzentriert am Abarbeiten von Mails, da steht plötzlich dein Chef am Bürotisch und fragt, ob du Zeit für ein kurzes Meeting hast. Deine Schwiegermutter hat versucht, dich anzurufen. Wie fühlst du dich bei der Vorstellung dieser Szenarien? Gewisse Menschen lösen eine Angespanntheit in uns aus, die wir vielleicht gar nicht erkennen, unterbewusst aber sehr anstrengend ist. Das kann sich auch darin äussern, dass du auf einer Party eine gute Miene machst, obwohl du gar nicht in der Stimmung dafür bist.

Gibt es Menschen in deinem Leben, die dich nervös machen?

Gibt es Menschen in deinem Leben, die dich nervös machen?

Pexels / Sora Shimaz

Kleine und grosse Dilemmas

Du bist im Homeoffice, hast bald einen Zoom-Call und weisst, dass dein krankes Kind um die gleiche Zeit vom Mittagsschlaf aufwachen wird. Oder vielleicht ist es ein etwas grösseres Szenario: Du hast die Hochzeitseinladung eines entfernten Verwandten bereits zugesagt und bekommst am selben Wochenende eine Einladung zur Geburtstagsparty einer engen Freundin. Spürst du, wie diese Situationen Stress in dir auslösen?

Wie würdest du in der Situation mit den Einladungen reagieren?

Das hilft in diesen stressigen Situationen

Sobald du die Auslöser für Mikroübergänge kennst, kannst du daran arbeiten, die Übergänge in einem entspannteren Zustand anzugehen. Wenn zum Beispiel der Abend eine angstauslösende Zeitspanne ist, kann es helfen, sich zu Beginn dieser Zeit hinzusetzen und tief zu atmen. Wenn es dich traurig macht, dass die Ferien bald zu Ende sind, helfen diese Tipps, um wieder in den Moment zu kommen und präsent zu sein.

Erkennen, was dich stresst oder traurig macht, ist ein grosser Schritt zur Besserung und Bewältigung. Oftmals hilft es, mit jemanden zu sprechen, auch wenn es nur diffuse Ängste sind. 

Erkennen, was dich stresst oder traurig macht, ist ein grosser Schritt zur Besserung und Bewältigung. Oftmals hilft es, mit jemanden zu sprechen, auch wenn es nur diffuse Ängste sind. 

Pexels / Cottonbro

Wichtig ist es zudem, zu wissen, dass du mit deinen Ängsten nicht alleine bist. Wenn du also einen Zoom-Call machen musst, während dein Kind wach ist, hilft es dir vorzustellen, dass es Tausenden von Menschen auch schon so ging. Indem du dir bewusst machst, dass jeder in deiner Situation die gleichen Emotionen erleben könnte, gibst du deinen Gefühlen eine gewisse Erlaubnis und etwas Raum zum Atmen. So findest du vielleicht auch die Kraft, deine Schwiegermutter rasch zurückzurufen. Denn Dinge zu erledigen, ist auch eine Art von Selbstfürsorge

Was hilft dir, in schwierigen Momenten gelassen zu bleiben?

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