Nachhaltig Reisen: Mit diesen 4 Experten-Tipps werden deine Ferien umweltschonend
Zugreisen, das Buchen von fairen Angeboten sowie die Unterstützung der lokalen Wirtschaft sind gute Möglichkeiten, um deine nächsten Ferien nachhaltiger zu gestalten.

Zugreisen, das Buchen von fairen Angeboten sowie die Unterstützung der lokalen Wirtschaft sind gute Möglichkeiten, um deine nächsten Ferien nachhaltiger zu gestalten.

Pexels/Ketut Subiyanto
Publiziert

Experte verrät4 Tipps, wie dir nachhaltig Reisen wirklich gelingt

Unsere Tipps und die Ratschläge eines Experten helfen dir dabei, deine nächsten Ferien umweltschonender zu gestalten.

von
Laura Zygmunt

Viele kennen das Dilemma: Egal, wie oft man die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, auf Fleisch verzichtet oder nur regional sowie saisonal einkauft – spätestens bei der Ferienplanung gerät das grüne Gewissen ins Wanken. Wir haben vier Tipps für dich gesammelt und einen Experten befragt, damit deine nächste Reise nachhaltiger wird. 

Der Nachhaltigkeits-Experte

1. Plane deine Ferien antizyklisch

Immer mehr Ferienorte versuchen, ihre Saisons zu verlängern, um so das Volumen der Reisenden besser zu verteilen. Denn die Hauptreisezeit belastet nicht nur die Natur enorm, sondern ist auch ein riesiger Stress für die Einheimischen, welche meist nur während der Hochsaison Geld verdienen. Wenn du also die Möglichkeit hast, ausserhalb der Hauptsaison und an weniger bekannte Destinationen zu reisen, dann nimm diese wahr. Die Vorteile dabei sind nicht nur die günstigeren Preise, sondern auch weniger überfüllte Ferienorte. 

Einen Strand nur für dich – diese Chance hast du eher, wenn du ausserhalb der Hauptreisezeit an weniger touristische Orte reist.

Einen Strand nur für dich – diese Chance hast du eher, wenn du ausserhalb der Hauptreisezeit an weniger touristische Orte reist.

Pexels/Pok Rie

Das sagt der Experte: Neben der Reisezeit gibt es auch einen klaren Trend bei der Wahl der Destination. Viele Reisende haben genug von Touristenmassen und bevorzugen unbeachtete Orte wie beispielsweise Morges im Waadtland. Auf der Website Goodtravel.guide findest du zudem globale Ziele fernab des Massentourismus.

2. Augen auf beim Ferienbuchen

Inzwischen gibt es zwar Nachhaltigkeitslabels, an denen du dich beim Buchen von Ferien orientieren kannst – wie transparent diese jedoch wirklich sind, ist oftmals schwer abzuschätzen. Entweder vergleichst du selbst die Kriterien der Labels oder du gehst in ein Reisebüro und lässt dich von erfahrenen Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet beraten.

Nachhaltigkeitslabels bieten zwar eine gewisse Orientierung, sind aber auch nicht immer transparent.

Nachhaltigkeitslabels bieten zwar eine gewisse Orientierung, sind aber auch nicht immer transparent.

Pexels/mentatdgt

Das sagt der Experte: Ob Nachhaltigkeitslabels auch wirklich seriös sind, erkennst du daran, ob die Kriterien transparent sind und sich nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf Arbeitsbedingungen, gleiche Rechte für Frauen und Minderheiten sowie ein Verbot von Kinderarbeit beziehen. Auf der Website von fairunterwegs gibt es einen Labelführer als Hilfestellung.

3. Wähle dein Transportmittel bewusst

Dank des immer besser ausgebauten Streckennetzes lassen sich viele Destinationen mit dem Nachtzug erreichen. Und auch auf dem Wasserweg tut sich etwas: Ab diesem Sommer sollen klimafreundliche Reisen mit dem Cargoschiff durch Europa möglich sein. Lässt sich eine Flugreise nicht vermeiden, lohnt es sich, die angebotenen Flüge zu vergleichen. Denn je nach Flugzeugtyp, Auslastung, Alter des Triebwerks und anderen Faktoren kann der CO2-Austoss erheblich variieren. Direktflüge schneiden besser ab als eine Verbindung mit einem Zwischenstopp, denn der Start kostet am meisten Emissionen.

Wieso nicht für einmal mit dem Schiff reisen?

Wieso nicht für einmal mit dem Schiff reisen?

Pexels/Sindre Strøm

Das sagt der Experte: Der Flugverkehr ist für rund sieben Prozent der menschengemachten Klimaerwärmung verantwortlich. In der Schweiz liegt der Anteil gemäss WWF sogar bei 27 Prozent. Daher rate ich vom Fliegen ab. Wer dennoch fliegt, sollte einen Direktflug buchen und möglichst lange am Ferienziel verweilen. Wenn du deinen Flug kompensieren möchtest, achte unbedingt auf die Anbieter. Denn die billigsten sind nicht unbedingt die besten.

4. Unterstütze die lokale Wirtschaft

Im Durchschnitt bleibt nur die Hälfte der Einnahmen aus dem Tourismus auch wirklich im Gastland. Durch grosse Hotelketten und All-Inclusive-Angebote leiden oftmals die lokalen Geschäfte. Der Massentourismus führt ausserdem zu höheren Lebenskosten für die Einheimischen und einer Verknappung von Ressourcen. Du kannst dem entgegenwirken, indem du einheimische Restaurants besuchst, regionale Spezialitäten probierst und beim Souvenirkauf darauf achtest, dass diese von lokalen Herstellenden sind.  

Auf lokalen Märkten findest du oft schönere und individuellere Souvenirs als in klassischen Shops.

Auf lokalen Märkten findest du oft schönere und individuellere Souvenirs als in klassischen Shops.

Pexels/Naim Benjelloun

Das sagt der Experte: Ich empfehle nach der G.L.Ü.C.K.-Formel von fairunterwegs zu reisen:

  • Gemächlich reisen: schlendern, wandern, Velo fahren, das Schiff nehmen, an einem Ort verweilen. Kurz gesagt, sich Zeit nehmen.

  • Lokalität: Anbieter vor Ort bevorzugen und deren Produkte besser kennen lernen.

  • Überraschungsbereit sein: Land und Leute entspannt entdecken, ohne To-Do-Lists abzuarbeiten.

  • CO2- und andere Emissionen reduzieren: Abfall reduzieren, recyclen und keine ölbeheizten Riesen-Hotels buchen. Helfen, unserem Planeten Sorge zu tragen.

  • Korrekte Preise bezahlen: Bei zu günstigen Preisen leidet immer jemand darunter. Meistens sind es die Mitarbeitenden von Hotels und Airlines oder Staaten, die zu wenig Abgaben erhalten, um die touristische Infrastruktur zu erhalten. 

Was sind deine Tipps für nachhaltiges Reisen?

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