Klimatreffen in Paris: 40'000 Klima-Retter und ein Bio-Essen

Aktualisiert

Klimatreffen in Paris40'000 Klima-Retter und ein Bio-Essen

Auf dem Weltklimagipfel in Paris verhandeln 40'000 Teilnehmer über ein neues Abkommen zur Verringerung von Treibhausgasen. Zuerst aber wird gesund gegessen.

von
nsa

Seit Montag findet in Paris der UNO-Klimagipfel statt. 151 Staatschefs kommen dabei zusammen – mit einem Ziel: die globale Erwärmung einzudämmen. Ein Überblick über die spannendsten Zahlen und Fakten.

• 40'000 Teilnehmer

Zum Klimagipfel in Paris treffen sich 10'000 Delegierte aus 195 Ländern. Darunter befinden sich 151 Staats- und Regierungschefs. Begleitet werden sie von 30'000 Mitgliedern der Zivilgesellschaft, unter anderem Mitarbeitern von Umweltverbänden, der Kirche oder Gewerkschaften. Mit insgesamt 40'000 Teilnehmern ist die Konferenz von Paris eines der grössten Treffen aller Zeiten.

• 5600 Polizisten

Zwei Wochen nach den verheerenden Terrorattacken von Paris treffen sich jetzt dort einige der mächtigsten Politiker der Welt, darunter US-Präsident Barack Obama, der chinesische Präsident Xi Jinping, der russische Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Um ihre Sicherheit zu gewähren, macht Frankreich dicht: Mehrere Autobahnen und Ringstrassen um die Hauptstadt sind abgesperrt, ein 18 Hektar grosses Gelände in Le Bourget nördlich von Paris wurde für die Konferenz geräumt und zeitweise sollen bis zu 5600 Polizisten im Einsatz sein.

• 20 Konferenzen

1992 fand das bis dahin grösste Klimatreffen der Welt statt: Die UNCED-Konferenz in Rio de Janeiro. Die Teilnehmerstaaten bezeichneten den Klimawandel damals zum ersten Mal als ernstzunehmendes Problem und beschlossen, eine jährliche Konferenz abzuhalten. Diese fand 1995 in Berlin erstmals statt und jährt sich nun in Paris zum 20. Mal. Einer der grössten Erfolge der bisherigen Konferenzen ist das Kyoto-Protokoll, das seine Teilnehmerstaaten rechtlich zu weniger Emissionen verpflichtet; als grösster Fehlschlag bis dato gilt die Kopenhagen-Konferenz von 2009. Dort trafen sich 27'000 Politiker, Abgeordnete und Mitglieder von NGOs. Ausser einer nicht-verpflichtenden Abmachung erreichten sie aber nichts.

• 317 Festnahmen

Zum Konferenzauftakt in Paris planten Klimaschützer mehr als 2000 Protestaktionen, darunter 57 Demos in 150 Ländern. In Paris sagten die Behörden jedoch nach den Attentaten vom 13. November die beiden Kundgebungen ab. Trotz des Demonstrationsverbots bildeten über 4500 Umwelt-Aktivisten am Sonntagabend eine Menschenkette durch die Stadt. Einsatzkräfte gingen mit Tränengas gegen gewalttätige Gruppen von Protestierenden vor. 317 Menschen wurden festgenommen, wie der französische Innenminister Bernard Cazeneuve mitteilte. Bereits im Vorfeld der Konferenz waren 1000 Menschen an der Einreise nach Frankreich gehindert worden.

• 2,7 Grad

Ziel des Gipfels von Paris ist es, Voraussetzungen zu schaffen, damit die weltweite Klimaerwärmung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts nicht mehr als 2,7 Grad beträgt. Das könnte schwierig werden: Ein Temperaturplus von einem Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit ist heute bereits Realität. 14 der 15 wärmsten Jahre aller Zeiten ereigneten sich seit dem Jahr 2000 und die weltweiten Emissionen steigen weiterhin. Sollte die Umweltverschmutzung ungebremst weitergehen, rechnen Wissenschaftler mit einer Temperaturzunahme von bis zu 5 Grad. Das entspricht dem Unterschied von der letzten Eiszeit bis heute und würde grosse Flächen der Erde unbewohnbar machen.

• 1 Bio-Essen

Am ersten Tag trafen sich die 151 Regierungschefs und weitere 19 Personen zu einem Mittagessen. Laut «Le Parisien» haben fünf französische Topköche das Menü zusammengestellt. Besonders wichtig: Die meisten Zutaten sollten aus biologischem Anbau stammen.

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