Lied aus Daten: 40 Jahre Flüchtlingskrise – in 3 Minuten
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Lied aus Daten40 Jahre Flüchtlingskrise – in 3 Minuten

Der Amerikaner Brian Foo hat Flüchtlingszahlen der Uno ab 1975 gesammelt. Diese Daten hat er nicht etwa in eine Grafik gepackt, sondern sie zu einem Song verarbeitet.

Brian Foo nennt sich selbst «Daten-inspirierter DJ»: Der in New York wohnende Wissenschaftler hat Uno-Flüchtlingszahlen zwischen 1975 und 2012 gesammelt und damit ein audiovisuelles Musikvideo gemacht – wobei Foo das Stück unter Einhaltung folgender Algorithmen komponierte:

- Der Umfang der Flüchtlingsbewegung pro Jahr bestimmt den Ton der Instrumente.

- Die durchschnittliche Distanz zwischen Heimat- und Asylland bestimmt Länge und Intensität der Musik.

- Die Anzahl Länder, aus denen pro Jahr mindestens 1000 Menschen flüchten, bestimmt die Variation der Instrumente.

Unter Anwendung dieser Formel entsprechen vier Sekunden von Foos Lied einem Jahr, in dem Horror und Leid von Flucht und Krieg vertont sind. «Ich glaube, dass diese Daten sich gut für ein Lied eignen, zumal Musik immer auch Emotionen und Mitgefühl zu wecken vermag. Würden sie lediglich in einer Grafik dargestellt, wäre dies kaum möglich», so Foo in der «Washington Post». Er hoffe, dass das Lied den Zuhörern in Erinnerung bleibe und sie es mit dem Flüchtlings-Thema verknüpften.

Das Video beziehungsweise das Lied beginnt mit dem Jahr 1975, in dem es weltweit rund 1,6 Millionen Flüchtlinge gab. Nur 15 Jahre später gab es weltweit über 900 Prozent mehr Flüchtlinge. Die Mehrheit stammte aus Afrika und Asien, doch auch der Zusammenbruch der Sowjetunion trug zur verstärkten Migration bei.

Der weltweite Flüchtlingsstrom nahm seit 1992 tendenziell ab – in den letzten Jahren aber wuchs er sich zu einer globalen Bewegung aus. «Das Lied verdeutlicht, dass die Welt immer kleiner wird», so Foo. «Je länger der Song geht, desto mehr Instrumente kommen dazu, die Noten werden länger und die Töne tiefer: So kommt zum Ausdruck, dass immer mehr Flüchtlinge zwischen immer mehr Ländern immer grössere Distanzen zurücklegen.»

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