Aktualisiert 30.08.2015 09:01

1041 Personen40 Prozent mehr Patienten bei der Street-Parade

Über 1000 Besucher der Street-Parade brauchten medizinische Hilfe. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr. Auch mehrere Schwerverletzte gab es.

von
lüs

An den Behandlungsposten von Schutz & Rettung Zürich mussten mehr als 1000 Menschen versorgt werden. Damit hatte Schutz & Rettung rund 40 Prozent mehr Patienten als bei der Street-Parade im Vorjahr.

Insgesamt 416 Personen zogen sich Schnittverletzungen zu. Zudem habe man Kopfverletzungen, Kreislaufprobleme, Prellungen, Knochenbrüche und weitere Verletzungen und Erkrankungen behandelt, wie Schutz & Rettung am Sonntagvormittag mitteilt. 366 Personen mussten wegen übermässigen Drogen- oder Alkoholkonsums versorgt werden. 122 Personen wurden in der Patientensammelstelle überwacht und ausgenüchtert.

Mann geriet in Schiffsschraube

Auch Schwerverletzte sind zu beklagen: Eine 17-Jährige wurde am Samstag um 15.30 Uhr bei der Einmündung des Zürichsees am Schanzengraben bewusstlos und in kritischem Zustand aus dem Wasser gezogen. Sie ist ausser Lebensgefahr, wie die Stapo am Samstagabend mitteilte. Ein 21-Jähriger erlitt arterielle Verletzungen, als er in ein Schaufenster bei einem Kino am Stadelhofen fiel. Und ein Schwimmer (28) erlitt schwere Beinverletzungen, als er um 20 Uhr beim Schanzengraben in eine Schiffsschaube geriet. Insgesamt mussten 90 Personen von Schutz & Rettung in die umliegenden Spitäler gebracht werden.

Auch im übrigen Stadtgebiet wurde ein sehr hohes Einsatzaufkommen registriert, wie Schutz & Rettung Zürich mitteilt. Zwischen Samstag- und Sonntagmorgen habe der Rettungsdienst in der ganzen Stadt Zürich insgesamt 290 Einsätze geleistet (ohne Behandlungsposten). Dies sind rund viermal so viele Einsätze wie an einem gewöhnlichen Samstag. Um den Aufwand zu bewältigen, hatte Schutz & Rettung 370 zusätzliche Einsatzkräfte aufgeboten.

Mit Reizstoff besprüht und beraubt

Insgesamt verhaftete die Stadtpolizei Zürich im Verlauf des Samstags und in der darauffolgenden Nacht 34 Männer im Alter von 18 bis 43 Jahren, wie sie mitteilte. Gründe für die Festnahmen waren: Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung, Diebstahl, verbotenes Waffentragen und Hinderung einer Amtshandlung. Bis am Sonntagvormittag wurden 9 Personen nach erfolgten Befragungen wieder entlassen. Die Festgenommenen stammen aus der Schweiz (8), Gambia (5), Italien (12), Algerien (4), Guinea Bissau (1), Deutschland (4).

Detektive und Betäubungsmittelfahnder der Stadtpolizei nahmen 15 Personen fest und stellten rund 470 Ecstasytabletten, 260 Gramm Marihuana sowie kleinere Mengen Kokain, Amphetamin und MDMA sicher.

Mit einer fiesen Masche raubte ein Italiener (34) mehrere Besucher der Street-Parade aus: Er besprühte sie mit Reizstoff und entriss ihnen gleichzeitig ihre Halsketten. Der Täter konnte am Bürkliplatz verhaftet werden.

Massenschlägerei am Stadelhofen

Am Bahnhof Stadelhofen kam es am Samstagabend zu einer Schlägerei mit mehreren Beteiligten. Aufnahmen eines Leser-Reporters zeigen ein Gerangel zwischen rund acht Personen – bis Polizisten eingreifen und die Menge auseinandertreiben.

Rund ein Dutzend Betreiber von Restaurants und Lokalen wurden von der Polizei ermahnt, weil sie Lautsprecheranlagen im Freien aufgestellt hatten und einige auch verzeigt, nachdem sie die polizeilichen Anordnungen nicht befolgt hatten. Nach 22 Uhr verlagerte sich das Geschehen laut der Stapo in den Bereich der Langstrasse, wo sich bis in die frühen Morgenstunden sehr viele Leute aufhielten.

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