Aktualisiert 17.05.2013 15:00

Dunkler Frühling40 Prozent weniger Sonne als üblich

Im Norden versteckt sich die Sonne, im Süden hört es nicht auf zu regnen. Dieser Frühling ist echt zum Vergessen. Und auch an Pfingsten ist kaum Besserung in Sicht.

von
ame

Die Sonne scheint in diesem Jahr nicht aus ihrem Winterschlaf zu erwachen. Während in der Nordwestschweiz im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt 40 Prozent weniger Sonnenstunden verzeichnet werden, wird die Südschweiz von wahren Wasserfluten heimgesucht. Allein in Lugano wurde im April 85 Prozent mehr Niederschlag gemessen als normal. Und auch für den Mai ist die durchschnittliche Niederschlagsmenge nach Monatshälfte beinahe erreicht.

Dies schlägt nicht nur aufs Gemüt, sondern kann auch gefährliche Folgen haben. So haben die starken Niederschläge der vergangenen Tage die Pegel von Seen und Flüssen im Tessin ansteigen lassen. Es wird erwartet, dass der Lago Maggiore am Wochenende über die Ufer tritt. Für die Region Locarno gab das Bundesamt für Umwelt am Freitag die Gefahrenstufe 3 von 5 aus.

Uferwege und Zufahrtsstrassen abgesperrt

Mit der Überschwemmung von Ufergebieten werde zwischen Samstag und Sonntag gerechnet, teilten die Stadtbehörden von Locarno am Freitag auf Anfrage mit.

Uferwege und Zufahrtsstrassen ins Stadtzentrum von Locarno würden abgesperrt, hiess es vonseiten der Behörden. Einige Anwohner haben Sandsäcke gegen das drohende Hochwasser in Stellung gebracht. Bereits vor rund zwei Wochen waren einige Ufergebiete überschwemmt worden.

Regen löst Erdrutsche aus

Etwas weniger angespannt präsentiert sich die Hochwasserlage am Luganersee. Für die Region Lugano gilt derzeit die Gefahrenstufe 2. Während der Langensee von den Flüssen Maggia, Tessin und Verzasca gespiesen wird, hat der Luganersee mit der Tresa nur einen Zufluss.

Die starken Niederschläge hatten in der Region Lugano ausserdem mehrere Erdrutsche zur Folge. Die Kantonsstrasse zwischen Agno und Magliaso, die täglich von zahlreichen Grenzgängern benutzt wird, war während mehrerer Stunden gesperrt. Dies hatte erhebliche Verkehrsbehinderungen zur Folge.

Temperaturen im langjährigen Durchschnitt

Ein etwas besseres Pfingstwochenende wird laut Ivo Sonderegger von MeteoNews im Norden erwartet. Am Samstag soll es freundlich und warm werden. «Doch bereits am Sonntag kann man wieder getrost ausschlafen», so Sonderegger. Denn eine Kaltfront bringt Temperaturen um die 14 Grad, die sich auch am Montag hartnäckig halten.

Insgesamt lagen die Temperaturen gemäss Sonderegger im Frühling aber im langjährigen Schnitt. Verglichen mit dem letzten Jahr hielt sich der Wettergott aber vornehm zurück: «Die Temperaturen im letzten Jahr waren etwas überdurchschnittlich und es gab auch etwas mehr Sonne als im Durchschnitt», sagt Sonderegger. (ame/sda)

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