EU-Kommissar warnt: 400 000 Arbeitsplätze weg, wenn GM pleite geht
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EU-Kommissar warnt400 000 Arbeitsplätze weg, wenn GM pleite geht

Eine Pleite des Opel-Mutterkonzerns General Motors würde nach Angaben von EU-Kommissar Günter Verheugen Hunderttausende Arbeitsplätze in Europa kosten.

«Insgesamt reden wir hier über die Zukunft von mindestens 400 000 qualifizierten Arbeitsplätzen in der Europäischen Union, allein im Bereich der Hersteller und der Zulieferer», sagte Verheugen am Mittwoch in Brüssel. Zu den Tochterfirmen von General Motors zählen neben Opel auch die britische Schwestermarke Vauxhall und der schwedische Autohersteller Saab.

Skeptisch beurteilte Verheugen die Idee einer staatlichen Beteiligung an Opel, wie sie von mehreren Bundesländern diskutiert wird. Er warne vor der «Attitüde des weissen Ritters..., der in schimmernder Rüstung angaloppiert und Rettung in Aussicht stellt, dabei aber das Risiko läuft, dass er diese Rettung gar nicht liefern kann.» Verheugen wies darauf hin, dass eine Teilverstaatlichung ein Herauslösen der europäischen General-Motors-Töchter aus dem Gesamtkonzern erfordern würde, was «in der Praxis nicht leicht zu verwirklichen» sei. «Ich glaube nicht eine Sekunde daran, dass eine Regierung ein besserer Autohersteller ist», fügte der Industriekommissar hinzu.

Scharfe Kritik an US-Management

Indirekt machte Verheugen deutlich, dass staatliche Hilfen mit einer Umstrukturierung verknüpft werden müssten: «Im Falle Opel ist völlig klar, dass Hilfen nur dann möglich sind, wenn sie verlässlich das langfristige Überleben des Unternehmens sichern». Die Probleme bei den europäischen General-Motors-Töchtern seien nämlich «nicht allein auf die Absatzkrise zurückzuführen, sie sind das Ergebnis eines langjährigen Managementversagens, das man in der Konzernzentrale in Detroit ansiedeln muss», sagte der EU-Kommissar. «Dafür kann der europäische Steuerzahler nicht ohne Weiteres aufkommen.» (dapd)

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