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Zu schwer für Drehleiter400-Kilo-Patient mit Bagger gerettet

Ein 29-Jähriger hat Retter im Saarland vor ein schwerwiegendes Problem gestellt: Erst nachdem seine Hauswand eingerissen worden war, konnte der Übergewichtige ins Spital gebracht werden.

von
phi

Als Michael L. Bauchschmerzen bekam, wählte er am 26. Juli kurz nach Mitternacht den Notruf. Das löste einen Grosseinsatz aus, denn der Patient aus Riegelsberg im Saarland wog mehr als 400 Kilogramm. Seine Körperfülle stellte die Retter vor grosse Probleme. Zuerst versuchten acht Sanitäter, den Mann aus seiner Wohnung zu tragen, doch er passte nicht durch die Haustür.

Die Feuerwehr wurde hinzugerufen, doch auch sie stiess an ihre Grenzen. Selbst ein massiver LKW mit Drehleiter aus Saarlouis konnte nicht helfen: «Der Mann ist zu schwer für das Fahrzeug», sagte Wehrführer Volker Klein. Das Technische Hilfswerk (THW) sollte den Abtransport unterstützen: Die Männer vom Katastrophenschutz stellten ein Gerüst und einen Kran auf, bemerkten dann aber, dass der Arm des Krans zu kurz war. Wie das THW mitteilte, konnte der Patient auf diesem Wege nicht hundertprozentig sicher herausgeholt werden.

Zwei Jahre nicht mehr vor der Haustür gesehen

Weil sich die Schmerzen des Mannes verschlimmerten, griffen die Retter nach sechs Stunden im wahrsten Sinne des Wortes zur Brechstange. Sie entfernten ein Fenster aus dem Treppenhaus, um anschliessend die Wand darum herum einzureissen. So konnte L. ebenerdig in die Schaufel eines Radladers steigen und heruntergelassen werden. Ins Spital wurde er mit einem Krankenwagen gefahren, der speziell für Übergewichtige gebaut war. L. darf nur fünf Minuten liegen, weil er sonst Atemprobleme bekommt.

Der 29-Jährige war seit langem nicht mehr draussen: «Wir haben ihn seit mindestens zwei Jahren nicht mehr vor der Tür gesehen», sagten Nachbarn. Inzwischen hat der Patient im Spital 60 Kilogramm Wasser verloren. Eine Magenband-OP soll verhindern, dass er die verlorenen Pfunde gleich wieder nachlegt. Es wird der Feuerwehr die Arbeit erleichtern: «So einen aufwendigen Rettungseinsatz bei einem überschweren Patienten habe ich im Saarland noch nicht erlebt», sagte Brandinspekteur Tony Bender.

(Quelle: YouTube/The7SecVideos)

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