Neapel: 400 Polizisten zur Unterdrückung der Unruhen
Aktualisiert

Neapel400 Polizisten zur Unterdrückung der Unruhen

Nach der Ermordung von sechs Schwarzafrikanern in einer mutmasslichen Mafia-Schiesserei, die am Freitag zu gewaltsamen Ausschreitungen von Einwanderern geführt hat, setzt die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf Härte.

Das Kabinett in Rom will ab Montag 400 zusätzliche Polizisten in der Region Kampanien einsetzen, um die öffentliche Sicherheit zu garantieren. «Ziel ist, die Kontrollen zu verschärfen und das organisierte Verbrechen aktiver zu bekämpfen. Wir wollen die flüchtigen Mafia- Bosse festnehmen, die die kriminellen Aktivitäten in der Region kontrollieren», verlautete es am Samstag aus Kreisen um das Innenministerin in Rom.

Regelrecht exekutiert

Die Männer aus Ghana, Togo und Liberia waren am späten Donnerstagabend in der nordwestlich von Neapel gelegenen süditalienischen Kleinstadt Castelvolturno von sechs Tätern mit 130 Schüssen ermordet worden.

Die Polizei machte die Camorra, die neapolitanische Mafia, für die heftigste Schiesserei in Italien seit Jahren verantwortlich. Die Polizei sprach von einen Revierkampf im Drogenmilieu.

Afrikanische Immigranten in der Gegend reagierten auf die Schiesserei mit gewaltsamen Ausschreitungen. «Wir wollen Gerechtigkeit. Es stimmt nicht, dass unsere ermordeten Freunde Drogen verkauft haben oder Mafiosi sind», sagte ein Schwarzafrikaner.

Dutzende Randalierer warfen Scheiben ein, schmissen Autos um und bewarfen die Polizei mit Steinen. Fernsehbilder zeigten junge Männer, die mit Metallstangen in den Händen den Verkehr blockierten und Motorradfahrer zum Absteigen zwangen. (sda)

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