Aktualisiert 18.09.2014 12:08

Krise in der Ukraine

4000 russische Soldaten an Grenze versammelt

Etliche russische Militäreinheiten im Norden der besetzten Krim sollen an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen worden sein. Russland hatte zuvor angekündigt, seine Präsenz zu verstärken.

Rund 4000 auf der annektierten Krim stationierte russische Soldaten sollen an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen worden sein. Dies erklärte der ukrainische Armeesprecher Andrej Lyssenko am Donnerstag.

«Nach unseren Informationen wurden fast alle russischen Militäreinheiten, die im Norden der besetzten Krim stationiert waren (...), mit ihrer kompletten Ausrüstung und Munition an der administrativen Grenze zusammengezogen», sagte Lyssenko.

Russland hatte die Schwarzmeer-Halbinsel im März offiziell seinem Staatsgebiet einverleibt. Die Annexion wurde von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt.

Am Dienstag hatte Moskau angekündigt, seine Militärpräsenz auf der Krim zu verstärken. «Die Situation in der Ukraine hat sich gravierend verschärft, und die ausländische Truppenpräsenz in der unmittelbaren Nähe unserer Grenze hat zugenommen», sagte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Ruhige Nacht in Donezk

Im Osten der Ukraine gilt seit dem 5. September eine Feuerpause. Allerdings wurden bei Gefechten seit Sonntag nach offiziellen Angaben etwa zehn Zivilisten getötet.

Die Lage in der Rebellenhochburg Donezk scheint sich dennoch zu beruhigen. Die Stadtverwaltung sprach am Donnerstag von einer der ruhigsten Nächte der jüngsten Zeit, auch wenn im Norden der Stadt gelegentliche Detonationen zu hören gewesen seien.

Tote habe es nicht gegeben. Der Sprecher des ukrainischen Sicherheitsrats, Andrej Lyssenko, sagte allerdings, bei Gefechten nahe des von Regierungssoldaten gehaltenen Flughafens von Donezk sei ein Notfall-Mitarbeiter ums Leben gekommen. (sda)

OSZE verdoppelt Zahl der Beobachter

OSZE verdoppelt Zahl der Beobachter

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verdoppelt bis Ende November die Zahl ihrer Beobachter in der Ukraine auf 500, gab der Chef der OSZE-Beobachtermission, Ertugrul Apakan, am Donnerstag bekannt.

Gemäss OSZE beobachten derzeit rund 250 Beobachter aus mehr als 40 Ländern die Lage in der Ukraine. Sechs Beobachter kommen aus der Schweiz, die im laufenden Jahr die Organisation präsidiert.

Der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter gab vergangene Woche bekannt, die Schweiz sei bereit, bis zu zehn weitere Beobachter in die Ukraine zu schicken und den finanziellen Beitrag zu erhöhen. (SDA)

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