Aktualisiert 22.03.2010 10:41

Weltwassertag

4000 Schoppen auf dem Bundesplatz

Sauberes Trinkwasser wird in den ärmsten Ländern der Welt immer mehr zu einer Mangelware. Die Entwicklungshilfeorganisation Helvetas hat auf dem Bundesplatz in Bern mit einem Mahnmal darauf aufmerksam gemacht.

Weltweit müssten 900 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser auskommen, teilte Helvetas zum (heutigen) internationalen Tag des Wassers mit. Deshalb stelle Helvetas die Wasserversorgung in den ärmsten Ländern ins Zentrum ihrer eigenen Arbeit. Bis 2013 will Helvetas einer Million Menschen neu Zugang zu sauberem Trinkwasser verschaffen.

Helvetas packt das Thema Trinkwasserknappheit nicht praktisch, sondern auch politisch an. Der Bundesrat wird aufgefordert, sich bei der UNO dafür einzusetzen, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser als Menschenrecht verankert wird. Gefordert wird zudem, dass auch die Schweizer Entwicklungshilfe mehr Geld für die Bekämpfung der Wassernot ausgibt.

Hahnenwasser ja - aber nicht gratis

Angesichts der weltweiten Trinkwasserknappheit schlagen sich die Schweizer Konsumentenschutzorganisationen am Tag des Wassers mit einem vergleichsweise kleinen Problem herum. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und ihre Schwesterorganisationen in der Romandie und im Tessin rufen dazu auf, statt ökologisch aufwändig produziertem Mineralwasser Hahnenwasser zu konsumieren.

Eine Flasche Mineralwasser koste wegen des Transports und der Verpackung 500 bis 1000 Mal mehr als die vergleichbare Menge Hahnenwasser, heisst es in einer Mitteilung der Organisationen. Die Wasserqualität sei aber dennoch vergleichbar.

Hahnenwasser soll auch in Restaurants erhältlich sein, fordern die Konsumentenschützer und streben in Gesprächen mit der Branche eine schweizweit einheitliche Lösung an. Der Fachverband GastroSuisse verschliesst sich dem Dialog nicht, weist aber in einer Mitteilung darauf hin, dass auch das Servieren von Hahnenwasser eine Dienstleistung darstelle und Kosten verursache.

(sda)

884 Millionen Menschen laut UNICEF ohne sauberes Trinkwasser

Weltweit müssen 884 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser auskommen. Noch gravierender ist der Mangel an sanitären Anlagen, wie das Kinderhilfswerk UNICEF am Montag anlässlich des Weltwassertages mitteilte: 2,6 Milliarden Menschen haben demnach keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen. Jährlich sterben laut Schätzungen des Kinderhilfswerks 1,5 Millionen Kinder an Krankheiten, die auf verschmutztes Wasser zurückzuführen sind.

Insbesondere in Krisen- und Katastrophengebieten wie derzeit in Haiti sei die Seuchengefahr durch unzureichende Hygiene gross: «Hunderttausende Erdbebenopfer in Haiti leben weiter unter Plastikplanen. Nach ersten schweren Unwettern leiden immer mehr Kinder an Durchfall und Erbrechen», berichtete UNICEF-Sprecher Rudi Tarneden. Gegenwärtig versorge das Kinderhilfswerk in Haiti jeden Tag über 900.000 Menschen mit Tankwagen, Plastiktanks und Verteilstationen mit sauberem Trinkwasser. (ap)

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