42 Tote durch «Ivan» - Milliardenschäden
Aktualisiert

42 Tote durch «Ivan» - Milliardenschäden

Hurrikan «Ivan» hat auf seinem Zug durch die USA am Wochenende mindestens 42 Menschen getötet. Der Sturm sorgte in 13 Staaten für zum Teil massive Verwüstungen.

Zuvor hatte der verheerende Wirbelsturm bereits in der Karibik mehr als 60 Menschen in den Tod gerissen.

Der Sturm stellt damit «Floyd» in den Schatten, der 1999 auf den Bahamas und in den USA 70 Menschenleben gefordert hatte. Experten zufolge könnten Schäden von über 20 Milliarden Dollar (rund 25 Milliarden Franken) entstanden sein.

Das sind mehr als die durch «Charley» und «Frances» entstandenen Schäden zusammen, wie der US-Fernsehsender CNN berichtete. Diese Hurrikans hatten Florida zuvor heimgesucht.

Noch als tropisches Tiefdruckgebiet richtete «Ivan» auf seinem Zug in den Norden verheerende Schäden an, bis er sich am Samstagabend verabschiedete. Der Sonnenscheinstaat Florida war auch diesmal besonders stark betroffen. Zum dritten Mal innerhalb von einem Monat reiste Präsident George W. Bush nach Florida.

Er besuchte auch die Gulf Shores in Alabama, wo «Ivan» am Donnerstag mit voller Wucht auf das Festland geprallt war. Nach Alabama, Mississippi, Florida und Louisiana erklärte Bush auch North Carolina und Georgia zu Katastrophengebieten.

Sonne danach brachte das Ausmass an den Tag

In den von «Ivan» heimgesuchten Staaten strahlte am Sonntag meist die Sonne - ein scharfer Kontrast zu der Verwüstung und der Verzweiflung der Menschen. Sie haben Angehörige, Freunde oder Hab und Gut verloren. Allein in Westflorida am Golf von Mexiko wurden auch am Sonntag noch mindestens 14 Menschen vermisst.

Rettungsmannschaften suchten in Häusertrümmern nach Überlebenden. Erst am Samstag waren bei Pensacola sechs Menschen verletzt geborgen worden. Am Freitag starben aber drei Einwohner, darunter ein vierjähriges Mädchen, als eine Flutwelle ihr Haus mit sich riss.

Überschwemmungen, Erdrutsche, Tornados

«Ivan» war nach seiner Ankunft vom Südosten nordwärts in Richtung Neuengland gezogen. Mit heftigen Regenfällen setzte der Sturm Gebiete bis hinauf nach Connecticut unter Wasser. Erdrutsche rissen allein in North Carolina 30 Häuser mit sich, acht Menschen starben.

Dutzende von «Ivan» ausgelöste Tornados schlugen weitere Schneisen der Zerstörung. Allein in Virginia wurden rund 30 »Twister» gezählt. Der Gouverneur des Bundesstaates rief den Notstand aus.

In North Carolina, West Virginia und Pennsylvania wurden fast eine halbe Million Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Insgesamt waren in den 13 betroffenen Staaten am Sonntag noch über eine Million ohne Strom. Und weil «Ivan» im Golf von Mexiko die Öl- und Erdgasförderung zum Erliegen gebracht hatte, stiegen die Benzin- und Energiepreise in den USA sprunghaft an.

Nahrungsmittel knapp

Besonders im Südosten der USA wurde das Ausmass der Zerstörungen immer deutlicher. So mangelte es in den Katastrophengebieten in Westflorida an Grundnahrungsmitteln.

Fassungslos sind auch die Menschen in Alabama angesichts des Ausmasses der Unwetterkatastrophe. So muss die Landkarte für Gulf Shores bei Mobile neu gezeichnet werden. «Ivan» riss hier fast eineinhalb Kilometer Küste weg. In Georgia erlitten Erdnuss- und Baumwollfarmer vernichtende Einbussen.

(sda)

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