Zukunft Bahnhof Bern: 43 Einsprachen und allerlei Sorgen wegen Ausbau
Aktualisiert

Zukunft Bahnhof Bern43 Einsprachen und allerlei Sorgen wegen Ausbau

Der geplante Ausbau des Bahnhofs Bern macht vielen Nachbarn Sorgen: Es hagelte Einprachen. Die Finanzmarktaufsicht erwägt gar einen Umzug.

von
cho
1 / 7
Im zweitgrössten Schweizer Bahnhof entsteht eine neue «Unterführung Mitte» ...

Im zweitgrössten Schweizer Bahnhof entsteht eine neue «Unterführung Mitte» ...

... mit Ausgängen zum Bubenbergplatz ...

... mit Ausgängen zum Bubenbergplatz ...

...und zur Länggasse.

...und zur Länggasse.

Der geplante Ausbau des Bahnhofs Bern mit neuer Personenunterführung und neuem Tiefbahnhof macht vielen Bahnhof-Nachbarn Sorgen: Insgesamt 43 Einsprachen sind gegen die Pläne eingegangen.

Die eidg. Finanzmarktaufsicht Finma erwägt gar einen Umzug. Diese hat ihren Sitz an der Laupenstrasse 27 in Bern – unmittelbar gegenüber jener Stelle, wo der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) einen von vier sogenannten Angriffspunkten für den Bau des neuen Tiefbahnhofs einrichten will.

12-Meter-Rampe vor Finma-Fenster

Dieser Tiefbahnhof soll den bestehenden, aus allen Nähten platzenden RBS-Bahnhof ersetzen. Bestandteil dieses Angriffspunkts wird eine mehrere Meter hohe Rampe, welche in vier Metern Abstand vom Finma-Gebäude entfernt aufgebaut werden soll. Lastwagen werden über diese Rampe in einen Schacht fahren, der zur Baustelle unter den Geleisen des bestehenden Bahnhofs führen wird.

Dieser Umstand hat die Finma dazu bewogen, Einsprache zu erheben. Sie erwägt darüber hinaus auch den Wegzug von diesem Standort, wie Sprecher Vinzenz Mathys bereits am Samstag Angaben der «Berner Zeitung» bestätigte.

Rund die Hälfte des Gebäudes wäre bis auf eine Höhe von 12 Metern von der Rampe abgedeckt, sagt Mathys: «Die Finma muss vor diesem Hintergrund Alternativen – zumindest temporärer oder partieller Art – zum aktuellen Gebäude prüfen.» Klar sei aber, dass der Hauptsitz der Finma Bern bleibe. Das sei so im Gesetz vorgesehen. Entscheide seien noch keine gefällt. Mathys: «Diese hängen wesentlich auch vom Ergebnis des Einspracheverfahrens ab.»

Die drei weiteren Angriffspunkte für den Ausbau des Bahnhofs Bern sollen auf der Grossen Schanze, bei der Henkerbrünnli-Kreuzung und auf dem sogenannten Eilgut-Areal der SBB vis-à-vis der Reitschule eingerichtet werden.

Einsprachen nicht gegen Projekt an sich

Gegen den RBS-Teil des Bahnhof-Ausbaus sind beim Bundesamt für Verkehr (BAV) 26 Einsprachen eingegangen, wie der RBS weiter bestätigte. 17 weitere richten sich gegen den SBB-Teil des Ausbaus, erklärte BAV-Sprecherin Olivia Ebinger am Montag auf Anfrage.

RBS-Sprecherin Fabienne Thommen sagt auf Anfrage, keine einzige der Einsprachen richte sich gegen den Bau des neuen RBS-Tiefbahnhofs an sich. Es gehe um negative Begleiterscheinungen der Bauarbeiten, also etwa Lärm oder Zusatzverkehr. Auch SBB-Sprecherin Michelle Rothen sagt, bei den Einsprachen gegen den SBB-Teil gehe es vor allem solche Aspekte.

Die RBS ist guter Dinge die Differenzen beilegen zu können und rechnet laut Sprecherin Thommen damit, dass Ende Jahr die Baubewilligung vorliegt. 2017 bis 2025 möchten RBS und SBB bauen, wie sie im Juni 2015 vor den Medien darlegten.

Abtransport des Aushubs nur per LKW

Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) hat laut Thommen geprüft, ob der Aushub des neuen Tiefbahnhofs mit der Bahn statt mit Lastwagen abtransportiert werden könnte. Das gehe aus Platzgründen nicht, sagt Thommen.

Das Erdreich könnte wegen des dichten Bahnverkehrs nur in der Nacht weggeschafft werden, sagt die RBS-Sprecherin. Das wiederum würde bedeuten, dass irgendwo ein Zwischenlager für den Aushub eingerichtet werden müsste. Das sei aus Platzgründen nicht möglich. (cho/sda)

Deine Meinung