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Bilanz nach Eskalation44 Polizisten bei Kölner Hooligan-Demo verletzt

Nach der Demonstration Tausender Fussball-Hooligans gegen Salafisten ist es bis in die Nacht zu Ausschreitungen mit der Polizei gekommen. Dabei wurden 44 Beamte verletzt.

Noch Stunden nach Ende der Veranstaltung habe «eine Hand voll» Hooligans in der Innenstadt randaliert, sagte ein Polizeisprecher am Montag auf Anfrage. Dabei sei eine «kleine Gruppe» festgenommen worden und habe die Nacht auf der Wache verbracht. 57 Verdächtigen wird unter anderem Körperverletzung und Landfriedensbruch vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft berichtete.

Treibende Kraft war laut Polizei und Verfassungsschutz (Inlandsnachrichtendienst) die Hooligan-Szene. Viele Rechtsextremisten hätten sich ihnen angeschlossen. Die Gewerkschaft der Polizei sprach von einer neuen Qualität der Gewalt. Besonders der grosse Zulauf sei erschreckend.

Der deutsche Justizminister Heiko Maas forderte, der Staat dürfe nicht zulassen, dass sich gewalttätige Salafisten und Rechtsextreme gegenseitig hochschaukeln. «Wer Gewalt in Deutschlands Städte trägt, der muss mit allen Mitteln des Rechtsstaats verfolgt und bestraft werden», sagte er.

Demonstranten teils stark betrunken

Schon kurz nach Beginn des Umzugs hätten Teilnehmer Feuerwerkskörper abgebrannt und dann teils in stark alkoholisiertem Zustand Polizisten mit Flaschen und Feuerwerkskörpern attackiert, teilte die Polizei mit. Die Beamten hätten Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt.

Die Bilanz: 44 verletzte Beamte und 17 freiheitsentziehende Massnahmen. Hinzu kamen die Festnahmen aus der Nacht. Auch mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei seien beschädigt worden. Eine Gegendemonstration verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. (sda)

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