Stärke 6,6: 44 Tote bei Beben und Erdrutsch in China
Aktualisiert

Stärke 6,644 Tote bei Beben und Erdrutsch in China

Erneut wurde China von einem Erdbeben erschüttert, diesmal in der Region Xinjiang. Eine erste Schadensbilanz liegt für die Naturkatastrophen in Sichuan vor.

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oli/chk
Auch Touristen wurden vom Erdbeben betroffen: Paramilitär-Polizei bei einem zertrümmerten Tour-Bus in Jiuzhaigou. (9. August 2017)

Auch Touristen wurden vom Erdbeben betroffen: Paramilitär-Polizei bei einem zertrümmerten Tour-Bus in Jiuzhaigou. (9. August 2017)

AFP

44 Menschen sind in China bei Erdbeben und einem Erdrutsch ums Leben gekommen und 270 verletzt worden. Nur zehn Stunden nach den tödlichen Erdstössen in der Provinz Sichuan im Südwesten erschütterte am Mittwoch zudem ein zweites Beben den Nordwesten des Landes. Tote wurden dort zunächst nicht gemeldet.

Bei dem Erdbeben in Sichuan starben mindestens 19 Menschen. Mindestens 247 weitere wurden verletzt, davon 40 schwer. Auch ausländische Touristen waren unter den Verletzten. Ob auch Schweizer darunter sind, klärt das Aussendepartement (EDA) in Bern derzeit ab, wie ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte.

Videos zeigen Verwüstungen und Menschen im Moment, in dem die Erde bebt. (Video: Twitter)

Bei einem Bergrutsch, der sich wegen schwerer Regenfälle vor dem Beben ereignete, kamen im Dorf Gengdi in der Provinz weitere 25 Menschen ums Leben, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Verschiedene tektonische Gebiete

Das neue Erdbeben am Mittwochmorgen in der Region Xinjiang hatte mit dem Erdbeben am Vorabend in Sichuan nichts zu tun, weil es verschiedene tektonische Gebiete seien, sagten Seismologen. Die Erdstösse der Stärke 6,6 schreckten die Menschen in der Region Xinjiang aus dem Schlaf.

Betroffen war der wenig besiedelte Kreis Jinghe in der autonomen mongolischen Präfektur Bortala. 32 Menschen wurden verletzt. Die Region ist nur dünn besiedelt. Die neuen Erdstösse waren aber in der 400 Kilometer westlich gelegenen Hauptstadt der Region, Ürümqi, zu spüren.

Mit dem Tageslicht konnten am Mittwochmorgen in Sichuan die Bergungs- und Aufräumarbeiten richtig anlaufen. Das Beben der Stärke 7,0 hatte das Gebiet des Naturparks Jiuzhaigou am Vorabend heimgesucht. Mindestens fünf der Toten waren Besucher der besonders in den Sommerferien beliebten Touristenattraktion.

Tote bei Erdbeben in China

Nach dem starken Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan rechnen die Behörden mit bis zu hundert Toten. (Video: Tamedia/AFP)

Starkes Erdbeben in der Provinz Sichuan: Die Behörden rechnen mit bis zu hundert Toten. (Video: Tamedia/AFP)

Häuser in Nationalpark eingestürzt

Einige Häuser im Park stürzten in Folge des Bebens ein. Die Behörden hätten junge Menschen angewiesen, dabei zu helfen, Bewohner in Sicherheit zu bringen, sagte ein Mitarbeiter des Nationalparks der Agentur Xinhua. Laut Xinhua war das Beben so stark, dass es auch in der Millionenstadt Chengdu zu spüren war.

«Ich war auch während des letzten grossen Bebens 2008 in Jiuzhaigou, also wusste ich, was das war», sagte Restaurantbesitzerin Tang Sesheng der Nachrichtenagentur AFP per Telefon. «Dieses Mal fühlte es sich noch stärker an», sagte sie. Nach dem Erdstoss sei sie aus dem Gebäude in der Stadt Jiuzhaigou gerannt.

Viele Menschen seien aus ihren Häusern gekommen, aus Angst, diese könnten einstürzen, berichtete Tang. Viele sassen nach dem Beben in ihren Autos, weil sie dies für sicherer hielten. Der Strom sei kurzzeitig ausgefallen, dann aber wieder in Betrieb gegangen.

Trümmer auf Strassen

Auf Bildern in sozialen Netzwerken waren Menschenmassen auf den Strassen zu sehen, wo Trümmerteile verstreut lagen. «People's Daily» zufolge waren mehr als 600 Feuerwehrleute und Soldaten im Einsatz.

Bei dem Erdbeben von 2008 waren zehntausende Gebäude eingestürzt, darunter auch tausende Schulen. Unter den Opfern waren mehr als 5000 Schüler. In den Berggegenden im Westen und Südwesten Chinas gibt es regelmässig Erdbeben. (oli/chk/sda)

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