45 000 neue Jobs für die Schweiz
Aktualisiert

45 000 neue Jobs für die Schweiz

Die Schweizer Wirtschaft wird nach Erwartung des Bundes dieses Jahr 45.000 neue Jobs schaffen und deutlich über zwei Prozent wachsen. Im Einklang mit anderen Experten revidierte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) seine Konjunkturprognose nach oben.

«Es sieht sehr gut aus», sagte Seco-Chefökonom Aymo Brunetti zur jüngsten Prognose. Die Ökonomen des Bundes rechnen nun mit einer Zunahme des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) im laufenden Jahr von 2,3 Prozent, verglichen mit bisher 2,0 Prozent. Der robuste und breit abgestützte Aufschwung dürfte sich fortsetzen, ohne in eine Überhitzung zu münden, heisst es im Kommentar. Vor allem die Impulse des privaten Konsums, der gut 60 Prozent zum BIP beisteuert, und des Aussenhandels werden noch etwas zuversichtlicher eingestuft als im März dieses Jahres. Beim privaten Konsum erwartet das Seco jetzt eine kräftige Zunahme von 2,1 Prozent. Darin spiegle sich die verbesserte Beschäftigungslage, sagte Brunetti. Für 2008 erhöhte das Seco die Wachstumsprognose gleichzeitig von 1,7 auf 1,9 Prozent.

Deutlich verbessert haben sich im Urteil der Bundesökonomen auch die Beschäftigungsaussichten. Für 2007 wird nun eine Zunahme der Beschäftigung von 1,9 Prozent erwartet, was 45.000 zusätzlichen Vollzeitstellen entspricht. Brunetti erinnerte daran, dass man sich nunmehr im vierten Jahr des Aufschwungs befinde und die anfängliche Zurückhaltung beim Schaffen neuer Stellen gewichen sei. Gleichzeitig werde die Arbeitslosigkeit etwas rascher sinken, als bisher angenommen. Die Arbeitslosenquote sollte im laufenden Jahr auf durchschnittlich 2,7 Prozent und 2008 auf 2,4 Prozent zurückgehen. Bisher war das Seco von 2,8 beziehungsweise 2,6 Prozent ausgegangen.

Akute Teuerungsgefahren sieht das Seco nach wie vor nicht. Die mittlere Inflationsrate dürfte dieses Jahr 0,6 und nächstes Jahr 1,2 Prozent betragen. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass die Leitzinsen weiter steigen, und zwar auf 3,0 Prozent im nächsten Jahr. Brunetti betonte aber, dass dies keine Prognose sei.

Auch das Risikoszenario sieht recht günstig aus. Eine abrupte Aufwertung des Frankens könnte die Exporte belasten, schreibt das Seco. Ein weiterer Ölpreisanstieg - die Prognose geht von 65 Dollar je Fass aus - könnte die Inflationsgefahr verstärken. International gibt sich das Seco bezüglich der US-Konjunktur aber eher zuversichtlich. Die Prognose bestätigt die konjunkturelle Zuversicht vieler Ökonomen und Institutionen. Die Nationalbank und die Grossbank UBS sind sogar noch etwas optimistischer. Sie hatten in den letzten Tagen ein BIP-Wachstum von gegen 2,5 beziehungsweise von 2,6 Prozent für 2007 vorausgesagt. Das ist fast gleich viel wie letztes Jahr, als die Schweizer Wirtschaft mit 2,7 Prozent Wachstum das beste Ergebnis seit 2000 erreicht hatte.

(sda)

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