Kantonspolizei Zürich: 450 Hightech-Maschinen-Pistolen gegen den Terror
Aktualisiert

Kantonspolizei Zürich450 Hightech-Maschinen-Pistolen gegen den Terror

Wegen der Terrorgefahr rüstet die Kantonspolizei Zürich auf: 450 Maschinenpistolen wurden neu mit einer Hightech-Zielausrüstung ausgestattet.

von
lüs
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Die Polizisten der Kantonspolizei Zürich wurden aufgerüstet.

Die Polizisten der Kantonspolizei Zürich wurden aufgerüstet.

Stevan Bukvic/Custom Images
Sie sind neu mit einer Hightech-ZIelvorrichtung ausgestattet.

Sie sind neu mit einer Hightech-ZIelvorrichtung ausgestattet.

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Dieses erleichtert es den Polizisten, das Ziel ins Visier zu nehmen.

Dieses erleichtert es den Polizisten, das Ziel ins Visier zu nehmen.

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Der wachsenden Terrorgefahr will die Kantonspolizei Zürich mit besseren Schusswaffen begegnen. Rund 450 Maschinenpistolen wurden mit einer Hightech-Zielausrüstung ausgestattet. Zudem wurden an diesen Waffen weitere Optimierungen vorgenommen.

Kapo-Sprecher Werner Schaub sagt, diese Maschinenpistolen seien zwar schon lange im Einsatz, die vorgenommenen Verbesserungen machten sie nun aber zu topmodernen Waffe.

Zürcher Polizei rüstet bei Waffen auf

Die Kapo Zürich hat ihre Maschinenpistolen aufgerüstet. Sprecher Werner Schaub erklärt, was neu ist.

Video: lüs

Mit den Maschinenpistolen sind die Patrouillenfahrzeuge der Kantonspolizei Zürich ausgerüstet. Die verbesserten Maschinenpistolen bleiben nicht die einzige Neuanschaffung, mit der die Polizei ihre Einsatzfähigkeit verstärken will. Im Gang ist auch die Erneuerung der Schutzausrüstung der Sondereinheit der Kapo, wie Bruno Keller, Chef der Sicherheitspolizei, zum «Tages-Anzeiger» sagt.

Neue Schutzanzüge erhöhen Sicherheit massiv

Sie sollen künftig sollen bald Vollkörperschutz-Anzüge tragen, «die mehr als Pistolenkugeln stoppen». Neu seien diese den einzelnen Polizisten auch exakt angemessen, so Keller zu 20 Minuten: «Bisher waren die Schutzanzüge nicht persönlich zugeteilt. Mit der Beschaffung der Schutzausrüstungen wird die Sicherheit aller Angehöriger der Sondereinheit massiv erhöht.»

Doch nicht nur bei ihrem Material hat die Kantonpolizei aufgerüstet, sondern auch organisatorisch. Schon nach dem Attentat auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris im Januar 2015 habe man sich bei der Kapo Zürich überlegt, ob man richtig aufgestellt sei, um Anschlagspläne frühzeitig zu erkennen, sagt Sicherheitspolizei-Leiter Keller zum «Tages-Anzeiger». Daraufhin habe man sich entschieden, eine Sonderkommission gegen schwere Bedrohungen durch radikalisierte Gewalttäter zu schaffen. In der Kommission sitzen neben Vertretern der Kapo auch Leute von der Stadtpolizei Winterthur und Zürich, vom Bundesamt für Polizei und dem Nachrichtendienst.

Gefahrensituationen entschärft

Auf die Frage, ob die Arbeit der Komission schon Anschläge verhindern konnte, sagt Keller zum «Tages-Anzeiger»: «Wir haben Gefahrensituationen entschäft, indem wir Personen verhaftet und Hausdurchsuchungen vorgenommen haben.» Mehrere Strafverfahren würden laufen. Darunter sind auch solche, die noch nicht öffentlich bekannt sind, so Keller zu 20 Minuten. Es gehe dabei um verschiedene Straftatbestände.

Keller betont, die Arbeit der Polizei beginne nicht erst, wenn der Ernstfall eingetreten sei: «Wir können nur wirksam eingreifen und verhindern, wenn wir mit allen relevanten Personen vernetzt sind, wenn wir Gefahren früh erkennen.» In der Schweiz sei eine solche Sonderkommission in diesem Bereich einzigartig.

Terror-Übungen zu Utøya und Charlie Hebdo

Auf den Umgang mit Terroranschlägen bereitet sich die Kantonspolizei Zürich mit Übungen zu realen Ereignissen vor. So habe man sowohl zum Anschlag auf der Insel Utøya als auch zum Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris Übungen durchgeführt, sagt Bruno Keller, Sicherheitschef der Kantonspolizei Zürich. «Die Teilnehmer erhalten zu Beginn der Übung eine Lage präsentiert, ohne die weitere Entwicklung erahnen zu können. Erst im Laufe des Übungstages treten dann die spezifischen Merkmale dieser schweren, bekannten Straftaten zu Tage.» In die Übungen würden immer auch die Erkenntnisse einfliessen, die aus dem Erfahrungsaustausch auf Polizeiebene gewonnen wurden.

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