Aktualisiert 24.01.2008 16:31

450 Sturmgewehre eingezogen

450 Armeewaffen sind innert drei Jahren vorsorglich hinterlegt worden. Wie viele Armeeangehörige ihre Waffen wieder zurückerhalten, ist noch unklar - denn die Sturmgewehre wurden von Personen eingezogen, die als gefährlich oder gefährdet eingestuft werden.

Die Ordonnanzwaffe kann vorsorglich hinterlegt werden, wenn es konkrete Anzeichen gibt, dass die Waffe für den Angehörigen der Armee selbst oder für Drittpersonen gefährlich sein könnte, wie Gabriela Zimmer sagte. Die Chefin Kommunikation der Logistikbasis der Armee bestätigte einen Bericht von «Radio 24» vom Donnerstag.

Der Armeeangehörige kann die Waffe unabhängig von ihrem Wohnort selber in einer der 27 Retablierungsstellen oder in einem Logistik- Center abgeben, oder aber Drittpersonen hinterlegen sie. Auf Antrag kann auch das zuständige Kreiskommando dem Angehörigen der Armee die Waffe vorsorglich abnehmen. Die entsprechende Bundesverordnung ist seit 2004 in Kraft.

Wie oft Armeeangehörige ihre Waffen seither selber abgegeben haben und wie oft Dritte oder das Kreiskommando eingreifen mussten, schlüsselt die Armee in ihrer Statistik nicht auf.

Zurück oder definitiv?

Nach dem Einzug einer Waffe hat der Führungsstab der Armee zwölf Monate Zeit, zu entscheiden, ob die Waffe dem Armeeangehörigen wieder zurückgegeben wird oder ob sie definitiv eingezogen bleibt.

Im Falle der 450 in den Logistik-Centern lagernden Waffen ist diese Frage noch nicht entschieden. Die Verfahren seien entweder noch nicht ausgelöst worden oder noch hängig, sagte Zimmer. Wann die Verfahren ausgelöst würden, hänge von den zuständigen Kreiskommandostellen ab.

Die vorsorgliche Hinterlegung der Waffe aus Sicherheitsgründen kostet nichts. Wollen Armeeangehörige ihre Waffe jedoch aus anderen Gründen hinterlegen, müssen sie bezahlen. Ohne weiteres ist dies jedoch nicht möglich; Gründe können ein Auslandsaufenthalt, häufiger Wohnortswechsel oder Wohnsitz im grenznahen Ausland sein.

Ansonsten sieht das Gesetz vor, dass Angehörige der Armee die Ausrüstung in der Regel an ihrem Wohnsitz aufbewahren. Erst im Kanton Genf können Armeeangehörige seit dem 2. Januar 2008 ihre Ordonnanzwaffe freiwillig und gratis hinterlegen. In der ersten Woche nahmen 13 Armeeangehörige diese Möglichkeit wahr. In der Stadt Bern wurde am Donnerstag ein entsprechendes Postulat überwiesen. (sda)

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