Schweiz: 4500 neue Millionäre
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Schweiz4500 neue Millionäre

Die Zahl der Schweizer Einkommensmillionäre ist explodiert: Heute verdienen 4500 Personen mehr als eine Million Franken – fast fünfmal so viele wie vor zehn Jahren. Grund: die Boni-Exzesse.

von
hal

70,9 Mio. Franken in Aktien und 19,2 Mio. Franken Lohn verdiente CS-Chef Brady Dougan im letzten Jahr. Da nehmen sich die 75 699 Franken Jahresgehalt, die Schweizer Arbeitnehmer im Mittel bei 13 Monatslöhnen erhalten, wie ein Sackgeld aus. Doch Dougan ist bei weitem nicht der Einzige, der in der Schweiz ein Millionensalär erhält: Mehr als 4500 Personen verdienen heute mit Lohn und Boni über eine Million Franken pro Jahr, hat der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) ausgerechnet. 2000 von ihnen kommen sogar auf über drei Millionen. Vor zehn Jahren seien es erst 1000 Einkommensmillionäre gewesen, sagt SGB-Chefökonom Daniel Lampart im «Sonntag». «In der Zwischenzeit gibt es viele kleine Brady Dougans und Daniel Vasellas. Zu viele.»

Die Hauptursache für diese Entwicklung sieht Norbert Thom, Direktor des Instituts für Organisation und Personal der Uni Bern, in den horrenden Boni: «Es sind nicht mehr nur die Top-Manager, die mehr als eine Million verdienen.» Auch Spezialisten etwa im Finanzbereich würden heute mit Millionensalären entlöhnt. Die Reichsten bereichern sich dabei laut den ­Gewerkschaften auf Kosten der Normalverdiener: Während die Reallöhne von «normalen» Arbeitnehmern 2009 sanken, seien die Manager-Gehälter um rund 20 Prozent ­gewachsen. Sie fordern deshalb, die Löhne generell um zwei bis drei Prozent anzuheben. (hal/20 Minuten)

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