Aktualisiert 18.04.2014 19:20

Ergebnis der Umfrage46 Prozent essen am Karfreitag Fleisch

Mit einer Umfrage wollten wir von unseren Lesern wissen: Verzichten sie auf Fleisch am Karfreitag? Ein Experte nimmt nun Stellung zu den Ergebnissen.

von
cza
Am Karfreitag essen 54 Prozent der Zentralschweizer kein Fleisch.

Am Karfreitag essen 54 Prozent der Zentralschweizer kein Fleisch.

33 Prozent essen kein Fleisch an Karfreitag, weil sie gläubig sind. 21 Prozent verzichten ebenfalls auf den Fleischverzehr, obwohl sie sich selbst nicht als gläubig bezeichnen. Und satte 46 Prozent wollen trotz Karfreitag Fleisch essen. So lautet das Ergebnis unserer Umfrage zum Fleischkonsum an Karfreitag, die auf 20minuten.ch Zentralschweiz aufgeschaltet war: Insgesamt haben sich fast 7000 Personen an der Umfrage beteiligt.

Urban Schwegler, Kommunikationsverantwortlicher der Katholischen Kirche Stadt Luzern, ist erstaunt über den Drittel der Personen, der aus religiösem Grund kein Fleisch ist: «Ich hätte nicht erwartet, dass es so viele sind.» 21 Prozent essen zwar kein Fleisch, sind aber nicht gläubig. «Es ist klar, dass heutzutage aus vielen verschiedenen Motivationen gefastet werden kann.»

Aber selbst in der katholischen Zentralschweiz wollen 41 Prozent nichts von Fleisch-Abstinenz wissen. Ein Leser schreibt dazu: «Wir feiern am Karfreitag immer ein riesiges Grillfest.» Solche Reaktionen habe es laut Schwegler bereits im 16. Jahrhundert gegeben. Vom Reformator Martin Luther wird erzählt, er habe bewusst am Karfreitag nicht gefastet, sondern Blut- und Leberwurst aufgetischt. «Luther wollte damit zeigen, dass Fasten allein nicht zu Gott führt.»

Das Fleischfasten hat verschiedene Gründe

Das Fasten im Christentum geht auf die jüdische Tradition zurück. «Denn das Christentum ist aus dem Judentum entstanden», so Schwegler. Das Fleischfasten an sich kann jedoch verschiedene Gründe haben. «In einigen Gegenden wurde wegen der Volksgesundheit auf Fleisch verzichtet, da die Qualität nicht besonders gut war und es Seuchen verbreiten konnte.» Aus diesen hygienisch begründeten Geboten wurden also erst später göttliche Gebote.

Zudem war Fleisch für viele Menschen ein Luxusgut. Diesen Luxus wollte man sich am Todestag von Jesus nicht leisten. Heute hat Fasten auch einen solidarischen Aspekt: «Wer auf etwas verzichtet, kann dadurch an andere denken, denen es nicht so gut geht», sagt Schwegler.

Es gibt aber auch einen praktischen Grund: «Egal ob Schokolade, Fleisch oder Alkohol: Schon nach einer kurzen Abstinenz schmecken Genussmittel oftmals besser.»

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